Keine Grenzen, keine Limits

FIKTIVE Radsport-Geschichten von Usern, die sich für schreibtalentiert halten

Moderator: Grabba

Barnetta
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Beitrag: # 414936Beitrag Barnetta
13.3.2007 - 13:44

Auflösung folgt nun --- übrigens muss ich mal bezüglich den bald folgenden Rennen und den dann auch bald folgenden Screens erwähnen, dass ich natürlich noch den 2006er Rennkalender hab. Also ignoriert das bitte einfach - Meine Saison beläuft sich auf das Jahr 2007



Anfang März 2007,
Lucas wollte sich gerade auf den Weg zu einer weiteren Trainingsausfahrt machen, als das Telefon klingelte. Marc Biver war am anderen Ende der Leitung, was Lucas mehr als überraschte. „Hallo! Um was geht’s denn? Hat sich noch etwas geändert bezüglich den Abflugzeiten nach Spanien oder wie?“ Kurz war es still in der Leitung und Lucas hörte sein eigenes Herz pochen. „Nein Lucas, das nicht. Aber es hat damit was zu tun. Wir müssen dir die schlechte Nachricht übermitteln, dass du aus dem Team gestrichen wurdest.“ Entsetzt riss Lucas die Augen auf. Er konnte es nicht fassen. „Wieso das denn? Ich denke ich habe mehr als gut trainiert.“ „Darum geht es. Dein jahrelanger persönlicher Trainer Andreas Timm hat uns besorgt kontaktiert. Er hat uns berichtet, dass du im Training häufig überdreht hast und dich zu einem großen Teil nicht an unseren Plan gehalten hast. Er hat Angst, dass wir dir mit einem Saisoneinstieg zum jetzigen Zeitpunkt die ganze Saison versauen können. Auch wenn wir sehr frustriert darüber sind, dass du unsere Pläne nicht befolgt hast haben wir im Endeffekt eingewilligt. Du musst doch selber wissen, dass man eine gute Form nicht mit solchen Kamikaze-Aktionen erlangen kann? Wir erwägen noch weitere disziplinarische Maßnahmen, aber sei froh, dass dir dein Trainer aus dieser Situation einigermaßen heraushelfen konnte hat.“ In Lucas seinem Gesicht machte sich Wut breit. Er verstand nicht, wie Andreas ihm das antun konnte und wie die Teamleitung das als Hilfe bezeichnen konnte. Trotzdem wollte er sich jetzt zusammenreißen, denn sein Stand war schon schlecht genug bei der Teamleitung. „OK, ich akzeptiere das, aber verstehen tue es das nicht. Ich bin der einzige, der weiß, was in meinem Körper vorgeht und ich fühle mich topfit.“ „Lucas versteh es doch. Dein Trainer hat dich im Training beobachtet und konnte uns einiges mitteilen. Fakt ist, dass er dabei nicht den Lucas Kiehl gesehen hat, der im letzten Jahr so großartig auftrumpfte. Vertraue deinem Trainer, keiner kennt dich besser als er.“ Wie konnte sich Andreas nur so ein Urteil erlauben. Lauter Fragen schwirrten in Lucas’ Kopf herum und diese sorgten nichts dafür, dass Lucas seine Wut einfach so abnehmen konnte. Die nächsten Worte hätte er sich lieber verkniffen, aber als eigenwilliger Typ konnte er diese „Watsch’n“ nicht so auf sich sitzen lassen. „Entschuldigung, aber es gibt da sicher eine Person, die mich besser kennt als mein Trainer – Ich! Darüber werde ich mit meinem Trainer zu reden haben, er beraubt mich hier meiner Möglichkeiten.“ Auch Marc merkte man an, dass er ungeduldig wurde. „Lucas, wenn du so weiter machst beraubst du dich deiner Möglichkeiten selber. Über eine Strafe brauchen wir jetzt nicht reden. Wie ich merke wird das von uns erteilte Aufbauprogramm Strafe genug sein. Das wirst du die nächsten Wochen mit Andreas durchziehen und wenn es wie erwartet abläuft wirst du Ende März ins Renngeschehen eingreifen – und jetzt keine Widerrede. Wir melden uns bei dir bzw. Andreas, viel Glück in den nächsten Wochen und schöne Grüße an Tobi.“
Wie versteinert behielt Lucas den Hörer am Ohr und erst nach einigen Sekunden legte er den Hörer aufgrund des nervenden Pieptons auf. „Und schöne Grüße an Tobi“, äffte er Marc nach. „Die schönen Grüße kann er sich sonst wohin schieben. Der kann wenigstens bei der Murcia-Rundfahrt antreten. Das ist verdammt unfair.“ Nur langsam legte sich der Zorn in Lucas. Kopfschüttelnd verließ er das Haus und begab sich an die frische Luft. Nun hieß es sich auf dem Fahrrad abzureagieren.

Barnetta
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Beitrag: # 415224Beitrag Barnetta
15.3.2007 - 17:55

Während Tobi schon in Spanien weilte drehte Lucas im Harz einsam seine Runden. Grundlagen trainieren hieß es jetzt. Die letzten Wochen hatte er sich schon auf seine Fachgebiete spezialisiert und nun musste er mit seinem Trainingsprogramm noch mal von neuem beginnen. Bis ihn Andreas dazu überhaupt überzeugen konnte dauerte es schon einige Zeit, aber selbst auf dem Rad merkte man ihm seine Lustlosigkeit an. Immer wieder musste er von Andreas angetrieben werden, doch darauf gab Lucas nicht viel. Mit seinen Gedanken war er ganz woanders. In diesen Minuten würde Tobi sein erstes Rennen im Profiradsport bestreiten und er war zum trainieren verdammt. Das wurmte ihn mächtig. Vor einigen Monaten war der Ruhm, die Aufmerksamkeit noch für ihn bestimmt und nun musste er hier Sonderschichten fahren, während Tobi schon die ersten Früchte ernten konnte.

… Das Rennen an sich verlief ereignislos. Allerdings merkte Tobi schon, dass es anders zuging, als im Jugendbereich. Besonders in der Vorbereitung für das Finale wurde gedrängelt und geschubst, wovon Tobi sich zunächst ziemlich beeindrucken ließ. Keiner wollte zu diesem frühen Saisonzeitpunkt durch einen Massensturz eine Verletzung riskieren, deswegen wollten sich alle in den vorderen Reihen aufhalten. Tobi’s Aufgabe bestand darin zusammen mit den restlichen Helfern Alexandre Vinokourov und Eddy Mazzoleni sicher in diese Reihen zu bringen. Selbst das war mit großer Anstrengung verbunden, denn im Peloton wurde ein guter Platz nicht einfach so hergegeben. Da wurden dann öfter auch mal einige Worte gewechselt und mit einem Mann wie Vino, einer großen Respektsperson im Feld, im Team ging das dann doch ein bisschen leichter. Leichte Schürfwunden allein vom Gerangel waren aber normal und das bekam auch Tobi zu spüren. Nach getaner Arbeit war er ganz schön erschöpft, aber auch froh, dass er nicht zu den Leuten im Team gehörte, die vorne weiterhin versuchen sollten Vino aus dem Wind zu nehmen. Folglich ließ Tobi sich zurückfallen und machte noch ab und zu einen langen Hals um zu schauen was vorne so passierte. Viel zu begutachten gab es da allerdings nicht, von daher konzentrierte er sich eher auf das was um ihn herum passierte und da machte er nach der Zieldurchfahrt gleich mal eine Entdeckung. Er musste 2 mal hinschauen, aber neben ihm fuhr tatsächlich Ivan Basso über die Ziellinie. Tobi Kiehl Rad an Rad mit Ivan Basso, dem Giro-Sieger 2006 und dem Tour-Favoriten 2007. Das war eine Schlagzeile, die Tobi gerne mal während den großen Bergankünften der Tour de France lesen wollte. Jetzt galt es allerdings nicht zu träumen, jetzt ging es darum sich erstmal zu beweisen, sich einen Namen zu machen …

… „Einen Namen machen“, fluchte Lucas. Andreas hatte ihn darauf hingewiesen, dass es für Lucas nicht darum gehen sollte gleich in der ersten Saison zig Siege einzufahren. Er sollte erstmal Präsenz zeigen in der Radsportwelt, sich einen Namen machen. Lucas sein Drang zu kommunizieren war allerdings nicht gerade sehr groß. Als wenn er Andreas nicht hören wurde fuhr er weiter und murmelte vor sich hin. Was Andreas erfreute war, dass Lucas immerhin sein Pensum fuhr. Zwar sah man ihm seine Unzufriedenheit an, aber das störte Andreas herzlich wenig. Wenn Lucas erstmal wieder in auf den ersten Wettkampf hinarbeiten würde, würde die Motivation von selber zurückkommen. Zwar war es so nicht gerade einfach mit ihm über das Training zu reden und auch während des Trainings Informationen auszutauschen, aber das war ihm allemal lieber als ein Lucas, der nicht mal die Lust zum Fahren zeigte. Andreas musste sich bei seinen Beobachtungen nun auf seine jahrelange Erfahrung und seinen Instinkt berufen. Um große Fortschritte machen zu können musste er sich allerdings auch als Psychologe beweisen, denn nur durch eine gute Kommunikation mit Lucas würde man sich perfekt im von Astana aufgestellten Plan halten können. Das versuchte er Lucas auch nach dem Training noch mal zu verdeutlichen. „Lucas, du weißt dass die Pläne von Astana feststehen und dabei wird deine große Bühne mit Sicherheit nicht die Tour de France sein. Deine Tour de France ist dieses Jahr die Tour de Suisse und die Deutschland-Tour. Das sind deine Möglichkeiten dich zu beweisen. Wenn du das schaffst, dann wird deine Bühne größer. Das ist wie bei einem Künstler. Bei der ersten Tournee kommen vielleicht 500 Zuschauer. Allerdings spricht sich dann rum, dass der Künstler extraklasse war und somit kommen bei nächsten mal vielleicht 5000. Und wenn sich zeigt, dass du ein überragendes Talent bist, dann wird Astana dich nächstes Jahr sicher auch bei einer der großen Landesrundfahrten einsetzen. Um Erfolg zu haben musst du geduldig sein und diese Geduld brauchst du nun auch beim Training. Die Teamleitung erwartet von dir bei der Tour de Suisse in Topform zu sein, nicht im April. Vielleicht wäre man über eine gute Form im April erfreut, aber wenn du im Juni dann nicht gut drauf wärst würden sie sehen, dass dein Formaufbau nicht ideal war. Nur mit Disziplin und Geduld kannst du deine Ziele erreichen. Also arbeite beim Training mit mir zusammen und nicht halbwegs gegen mich. Haben wir uns verstanden?“
Andreas schaute Lucas an und nickte ihm noch mal unterstützend zu. Für eine kurze Dauer sah es so aus als würde Lucas durch Andreas durchschauen, doch dann begann sich seine Miene aufzuhellen und er lächelte seinen Trainer an. „Tut mir Leid, aber du musst mich auch verstehen. Ich hab mir solche Hoffnungen gemacht gleich Anfang März mit guter Form am Start zu stehen und denn platzt dieser Traum wie eine Seifenblase. Da fällt mir dieser Neustart halt schwer. Aber gut, seit Jahren leitest du mich durch den Radsport und Misserfolg hatte ich bei deinen Methoden noch nie. Wenn es einen Mann im Radsport gibt, dem ich vertraue, dann bist du es und deine Worte gerade haben mir das noch mal bewiesen. Man muss sich ein langfristiges Ziel stecken und dieses Ziel heißt bei mir Tour de France-Sieg. Um die Tour zu gewinnen muss man 21 Etappen überwältigen, um allerdings bis zur Tour zu kommen braucht es auch einige Etappen und die gilt es zu überwältigen. Und dafür muss ich die von dir erwähnte Geduld aufbringen. Es fällt mir zwar schwer, das zu akzeptieren, aber von heute auf morgen werde ich nicht in die Weltspitze fahren. Aber spätestens übermorgen … da …“, Lucas musste lachen, „da werde ich ganz oben mitmischen und ich gebe dir mein Wort: Mein Ziel ist der Sieg bei der Tour de France. Und dieses Ziel werde ich erreichen. Früher oder später. Lieber früher, aber die von dir geforderte Geduld werde ich schon aufbringen, keine Sorge.“ Andreas nickte Lucas erleichtert zu und drückte ihn. „Danke für dein Vertrauen. Ich verspreche dir, dass du das nicht bereuen wirst.“

Mansoon
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Beitrag: # 415267Beitrag Mansoon
15.3.2007 - 22:44

Also...mal ein ganz fettes RESPEKT!!! an dieser Stelle.
Hab mir die Zeit genommen und deinen AAR von Anfang bis jetzt in einem durchzulesen...., und ich hatte díe ganze Zeit das Gefühl ein gutes Buch zu lesen.
Spannende Story, tolle Charaktere, alles bildlich gut dargestellt..., mir war beim Lesen immer so, als ob ich direkt dabei bin.

Mach bitte weiter so :wink:
Immer Mensch bleiben.....

Barnetta
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Beitrag: # 415457Beitrag Barnetta
17.3.2007 - 10:15

Nicht, dass ihr denkt, dass ich schummel: Hier der Ergebnisnachtrag zur ersten Etappe

1 Daniele Bennati LAMPRE - FONDITAL 3h47'49
...
81 Haimar Zubeldia EUSKALTEL - EUSKADI s.t.
82 Ivan Basso DISCOVERY CHANNEL PRO CYCLING TEAM s.t.
83 Tobi Kiehl ASTANA s.t.

Und vielen Dank für das Lob, freut mich!

Aber ich freue mich auch weiterhin über Kritik und Anregungen

Barnetta
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Beitrag: # 415907Beitrag Barnetta
19.3.2007 - 20:16

In den nächsten Tagen verspürte Lucas endlich wieder dieses bestimmte Gefühl. Diesmal war es allerdings nicht der falsche Ehrgeiz so schnell wie möglich in Topform zu kommen. Nun war seine oberste Priorität Schritt für Schritt seine Topform zu erreichen um im Juni bei der Tour de Suisse zu begeistern. Obwohl er sich eigentlich schon mit der Tour de Suisse als Saisonhöhepunkt abgefunden hatte brannte noch ein letztes Fünkchen Hoffnung in ihm durch eine starke Rundfahrt in den Kader der Tour de France zu rücken. Mit dem Träumen hatte er allerdings größtenteils abgeschlossen und er konzentrierte sich nun hauptsächlich auf die ihm vorgegebenen Saisonhöhepunkte. Wenn er dort glänzen könnte würde sich der Rest von alleine ergeben. Was das für diese Saison zu bedeuten hatte war ihm selber nicht klar, allerdings war er sich dessen bewusst mit starken Leistungen schon seine Ambitionen für das nächste Jahr klar zu machen. Jeder Radfan und jeder Radsportexperte sollte das Potential in ihm erkennen. Um das aber voll ausschöpfen zu können galt es noch einige Wochen hart zu trainieren, teilweise auch recht einsam, nur umgeben von seinem Trainer Andreas Timm. Das war auch gerade der Fall, da Tobi bekanntermaßen noch in Spanien weilte. Manchmal nervte Lucas dieser Aspekt, sein Trainingsprogramm alleine absolvieren zu müssen noch, aber laut Andreas machte er gute Fortschritte und deshalb blieb die Motivation auch erhalten. Auch erhoffte er sich einen Platz im Team für die Katalanische Woche. Rennkilometer waren immer etwas anderes als Trainingskilometer und von daher hoffte Lucas schon stark auf eine Nominierung. Dafür war im Training äußerste Disziplin gefragt und dem fügte er sich. Erstmals seit einigen Monaten ordnete er sich vollkommen einer Autoritätsperson unter. Auch Andreas erkannte das voller Freude und war sogar ein wenig stolz auf sich selbst, schließlich lag der Jungspund davor unter anderem mit seiner eigenen Teamleitung im Clinch. Es schaute so aus, als würde Andreas die Person sein, die Lucas den Größenwahn noch rechtzeitig austreiben könnte. Die Frage war, wie lange Lucas nach den Regeln spielen würde! Ein Rückschlag in den nächsten Wochen könnte schon wieder alles umschmeißen und so hoffte auch Andreas auf eine Nominierung von Lucas für die Katalanische Woche. Da er sich aber nicht auf seine Hoffnung verlassen konnte und wollte kontaktierte er die Astana-Teamleitung und berichtete schon nach wenigen Tagen von großen Fortschritten im Training.
Als Andreas endlich einen Rückruf bekam war er sichtbar erleichtert. Mario Kummer würde die beiden beim Training besuchen und sich selber ein Bild von Lucas machen. Würde dieses mit den Berichten übereinstimmen und auch weitere Fortschritte erkennbar sein, so stünde einer Nominierung nichts mehr im Wege. Andreas freute sich immens, beschloss aber mit den sportlichen Leitern diese Mitteilung noch bis zum Besuch von Mario Kummer geheim zu halten. Für Lucas schaute die Zukunft aufgrund seiner guten Bemühungen und Leistungen im Training also wieder rosiger aus. Es ging wieder bergauf!

Währenddessen ging es für Tobi bei der Murcia-Rundfahrt sogar steil bergauf. Er überraschte nicht nur sein Team mit seinen Leistungen, noch mehr überraschte er sich selbst. Vor einigen Monaten hätte er nie zu träumen gewagt jetzt überhaupt schon auf so einer großen Bühne des Profi-Radsports zu stehen und nun lieferte er Leistungen ab, die für einen 19 jährigen schier unglaublich waren. Nach seinem 20.Platz im 23 km langen Einzelzeitfahren auf der 3.Etappe wurden am Streckenrand schnell Vergleiche mit Thomas Dekker laut. Auch der fuhr mit 19 Jahren schon im ersten Team von Rabobank und machte sich schnell aufgrund seiner Zeitfahrqualitäten einen Namen. Diesen Vergleich verdrängte Tobi aber schnell wieder, da ihm das einfach zu schnell ging. Er wollte mit niemandem verglichen werden. Sein Ziel war einfach eine ordentliche Leistung abzuliefern und dazuzulernen. Trotzdem musste er die letzten 2 Tage damit leben, dass ihm die deutschen Reporter weniger Freiraum gaben, als es vorher der Fall war. Ein vorher gab es eigentlich gar nicht, denn vor der Murcia-Rundfahrt war er nur den Experten ein Begriff. Dieser Fakt führte auch hier schnell zu übertriebener und falscher Berichterstattung. Wie bei jedem deutschen Talent fielen schnell Sätze wie „da wächst ein neuer Jan Ullrich heran“ oder „Ullrich war 21 bei seinem Profidebüt, Tobi Kiel ist erst 19“. Auch wenn Tobi erfreut war sich so in den Medien präsentieren zu können missfiel ihm die Art, wie das passierte. Während eines Interviews nach der letzten Etappe nahm er diesen Vergleichen auch schnell den Wind aus den Segeln. „Ich freue mich zwar, dass sie sich so für meine Person interessieren, aber bevor man überhaupt ein Quäntchen über diese Person weiß sollte man nicht solche Berichte bringen. Ich will nicht mit einem Jan Ullrich verglichen werden. Der hat die Tour de France gewonnen, ich bin lediglich 45. bei der Murcia-Rundfahrt geworden. Ein neuer Jan Ullrich sollte nicht krampfhaft gesucht werden, der findet sich irgendwann schon von alleine.“ Den Sensationsjournalismus mochte Tobi überhaupt nicht. Trotzdessen verabschiedete sich Tobi freundlich von den Reportern und fügte grinsend „auf ein baldiges Wiedersehen“ an. Er wusste, dass die Medien ein Bestandteil seines Sports waren und auch sein Team würde sich über ein paar Zeilen in den Gazetten freuen.
Dass diese Leistung überhaupt ein paar Zeilen wert war überraschte Tobi wohl noch mehr als die Leistung selber. Aber das ihn das mit ein wenig Stolz erfüllte und ihm bestätigte auf dem richtigen Weg zu sein konnte er nicht leugnen. Die Murcia-Rundfahrt sollte erst den Anfang für eine lange Karriere darstellen.

Nachfolgend das Endresultat der Rundfahrt
1 Francisco Pérez Sánchez CAISSE D'EPARGNE 15h24'33
2 Ivan Basso DISCOVERY CHANNEL PRO CYCLING TEAM + 2'20
3 Tom Danielson DISCOVERY CHANNEL PRO CYCLING TEAM + 2'32
4 Mikel Astarloza EUSKALTEL - EUSKADI + 2'52
5 Theo Eltink RABOBANK + 2'58
6 Igor Anton H. EUSKALTEL - EUSKADI s.t.
7 Alexandre Vinokourov ASTANA + 3'09
8 Rubén Pérez Moreno EUSKALTEL - EUSKADI + 3'22
9 Andoni Lafuente EUSKALTEL - EUSKADI + 3'54
10 Gerhard Trampusch TEAM VOLKSBANK + 4'01
...
23 Bernhard Kohl GEROLSTEINER + 6'09
45 Tobi Kiehl ASTANA + 9'35
47 Markus Fothen GEROLSTEINER + 9'53


Und nun ein paar Impressionen von der Rundfahrt

Bild
Tobi findet auf der 2.Etappe nach dem Alto de la Perdiz kurz vor dem Ziel wieder Anschluss zur ca. 50 Mann großen Führungsgruppe

Bild
Tobi auf der 3.Etappe beim Zeifahren von Jumilla nach Jumilla auf der Jagd nach seinem Teamkollegen.

Bild
Tobi kämpft auf der 4.Etappe am Schlussanstieg ca. 10 km vor dem Ziel um den Anschluss.

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nochmal einen Dank an diejenigen, die mir geholfen haben den AAR nachhaltig zu verbessern - Danke für die Hilfe bezüglich den Screenshots, Paint, FSScreen und dem Hochladen von Pics.
Bitte weiterhin um Kritk, Lob und Anregungen!

Barnetta
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Beitrag: # 416272Beitrag Barnetta
21.3.2007 - 20:30

Kritisch begutachtete Lucas sein Rad. Einige Sekunden davor war er auf nasser Straße weggerutscht und gestürzt. Zu seinem Glück passierte dies nicht in der Gegenwart eines Autos und auch ansonsten blieb er unverletzt. „Nichts weiter passiert, das Rad scheint auch in Ordnung“, rief er Tobi und Andreas zu. Die beiden nickten und die Trainingsfahrt konnte fortgesetzt werden. Was Lucas noch nicht wusste war, dass es keine gewöhnliche Trainingsfahrt war. Für ihn stellte es den Test dar, ob eine Berücksichtigung seiner Person für die Katalanische Woche gerechtfertigt war. Mario Kummer wollte während einer Pause zu der kleinen Trainingsgruppe stoßen und sich fortan ein Bild von Lucas machen. Zwar war man sich dessen bewusst, dass man durch eine einzelne Ausfahrt keine großen Schlüsse ziehen konnte, aber eine Tendenz sollte erkennbar sein. Um diese zu verdeutlichen hatte Andreas für den letzten Trainingsabschnitt ein Paarzeitfahren von Lucas und Tobi angeordnet. Beide sollten alles geben um dadurch die Fortschritte von Lucas zu verdeutlichen, denn normalerweise war er ein stärkerer Zeitfahrer als sein kleiner Bruder.
Bevor es aber so weit war galt es noch sich noch weiter einzurollen und Kilometer zu sammeln. Vor der letzten Phase des Einrollens machten die Drei noch mal eine Pause und dort stieß Mario Kummer zur Gruppe. Die Überraschung bei Lucas war groß, aber bevor er Fragen stellen konnte klärte Mario ihn auf. „Andreas hat das Paarzeitfahren nicht ohne Grund angeordnet. Es ist ein Test für dich! Nachdem Andreas uns bat dich für die Katalanische Woche zu nominieren beschlossen wir dich beim Training zu beobachten und auf wettkampfähnlicher Ebene zu testen. Gib alles und deinem Saisonauftakt Ende März steht nichts mehr im Wege.“ Lucas hatte konzentriert zugehört und nahm die Worte mit einem Nicken zur Kenntnis. Er und sein Bruder schwangen sich darauf wieder in die Räder und setzten das Training fort. Die Vorzeichen bei Lucas und Tobi hatten sich im Gegensatz zum vorherigen Oktober nun vollständig umgekehrt. Dort lastete beim Bergzeitfahren der ganze Druck auf Tobi, nun verspürte Lucas diesen und Tobi konnte nach seinem guten Saisonauftakt recht entspannt an die Sache rangehen. Aber Lucas war gewillt alles zu geben um für den restlichen Saisonverlauf den richtigen Weg einzuschlagen. Für Lucas galt jetzt nur noch: Top oder Flop!
Nach einigen Kilometer des Einrollens gab Andreas den beiden das Signal die Hatz gegen die Zeit zu starten. Die Bedingungen waren nicht gerade brillant und aufgrund des Windes war eine gute Zusammenarbeit mehr als nötig. Das hatte zu bedeuten, dass die beiden ständig rotieren mussten um im Wind nicht zu entkräften. Über die Wahl des Tages bzw. das Wetter war Lucas deshalb logischerweise auch nicht sonderlich erfreut, denn das würde seine Chancen schmälern, aber nun konnte er auch nichts mehr ändern und beschloss alles zu geben. Seine Angst, dass Tobi das zu locker sehen würde, wich auch recht schnell, da er schon beim 3. oder 4. Führungswechsel merkte, dass die Abstimmung perfekt war. So blieben Lucas seine einzigen Bedenken beim Wetter aber daran durfte er jetzt nicht denken. Hochkonzentriert spulte er mit Tobi sein Pensum ab. Erstmals seit einigen Wochen spürte Lucas wie er die anaerobe Schwelle überschritt. Dieser Test fand wirklich unter Wettkampfbedingungen statt. Sie waren nur noch wenige Kilometer vom Ende der Trainingsfahrt entfernt und diese galt es zu überstehen. Für Lucas sollten es höllische Kilometer werden. Als wenn die Schmerzen aufgrund der Anstrengung nicht genug waren machte sich zunehmend die Kälte bemerkbar. Überall in seinem Körper war sie zu spüren und nichts konnte ihm jetzt noch Wärme spenden. Nach einem erneuten Führungswechsel wurde Lucas allerdings bewusst, dass es nicht nur ihm so ging. Er blickte sich kurz zu Tobi um und auch sein Gesicht war schmerzverzerrt. Das setzte noch mal zusätzliche Kräfte frei, denn schließlich hatte Tobi schon Wettkampfkilometer hinter sich. Lucas pushte nun noch mal und nahm auch in den rutschigen Kurven ein gewisses Risiko – ein Risiko das anscheinend zu hoch war. Lucas legte sich in eine der folgenden Kurven rein und spürte plötzlich wie er mit dem Hinterrad die Haftung verlier. Eher er irgendwas machen konnte knallte er auf den Asphalt und rutschte neben seinem Rad einige Meter über die Straße bis seine Rutschpartie am Bordstein abrupt endete. Er hielt sich den Arm und er sah, wie sein Blut sich im Regenwasser auflöste. Entmutigt blickte er auf und sah, wie Tobi angerollt kam. Lucas setzte sich auf seinen Hintern, blickte seinen Bruder fragend an und plötzlich brachen alle Ereignisse der letzten Wochen aus ihm heraus. Er fing an hemmungslos zu weinen und schlug sich immer wieder auf seinen Oberschenkel. „Scheiße, scheiße, scheiße … warum denn gerade ich?“ Tobi half ihm auf und wollte ihm Mut machen weiter zu fahren, aber daran verschwendete Lucas keinen Gedanken. In diesem Moment war er einfach fertig mit der Welt und wollte niemand um sich herum haben. Er setzte sich wieder hin und schlug die Hände vor sein Gesicht. Inzwischen kamen Mario Kummer und Andreas Timm angelaufen. „Lucas?“ Mit verheulten Augen schaute er auf und Mario Kummer streckte ihm die Hand entgegen und half ihm auf. „Junge, es gibt gar keinen Grund traurig zu sein. Das war eine großartige Leistung und insofern dir nichts passiert ist bist du dabei.“ Lucas schaute ihn ungläubig an und die Trauer wich aus seinem Gesicht. „Ehr … Eh … Ehrlich?“ Sein Vorgesetzter nickte. Von einem Moment auf den anderen änderte sich Lucas seine Laune und er brüllte all seine Freude heraus. Ein Wechselbad der Gefühle in dem man eigentlich hätte ertrinken müssen.

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bayerchecker06
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Beitrag: # 416274Beitrag bayerchecker06
21.3.2007 - 20:31

gut geschrieben, aber könntest du die namen weg machen? Glaub dazu muss man die Taste unter der Eingabetaste(Shift?) drücken
[mcol]BERGZIEGEN '09[mcol]Ballan[mcol]Gerdemann[mcol]Sanchez Gil[mcol]Nocentini[mcol]Gutierrez P.[mcol]Boom[mcol]Garate[mcol]Voeckler[mcol]Clerc[mcol]Usov[mcol]D.Martin[mcol]Hammond

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Beitrag: # 416277Beitrag Barnetta
21.3.2007 - 20:46

Danke, das wollte ich schon beim vorletzten Post fragen. Werde ich demnächst berücksichtigen. Bei meinen paar Screenshots zur Katalanischen Woche sind die Namen allerdings noch dabei.

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Henrik
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Beitrag: # 416279Beitrag Henrik
21.3.2007 - 20:54

Weiterhin kann ich nur sagen, dass mir der AAR gut gefällt.

Übrigens, Shift liegt zwar unter der Eingabetaste, ist aber nicht die richtige Taste, soweit ich weiß. Zum Aus- und Einblenden der Namen kann man Tab drücken, glaube ich.
Fossesholm + x

Exelero
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Beitrag: # 416296Beitrag Exelero
21.3.2007 - 22:09

Jop ist auch die Tab taste, ansonsten super AAR...

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Sale1896
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Beitrag: # 416328Beitrag Sale1896
22.3.2007 - 13:10

Super AAR hoffe du schreibst noch fleißig weiter
Bei mir ist es auch auf der TAB taste

Barnetta
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Beitrag: # 416350Beitrag Barnetta
22.3.2007 - 14:54

Das Wechselbad der Gefühle sollte anhalten. Ende März war es für Lucas endlich so weit. Endlich konnte er seine erste Rundfahrt in den Farben von Astana bestreiten und obwohl er wusste, dass er erst gut 3 Wochen Aufbautraining hinter sich hatte, hatte er sich einiges vorgenommen. Er wollte besonders das Zeitfahren zu einem Test nutzen, allerdings sah er auch die Berge als eine Standortbestimmung an. Mit der Einsamkeit war es nun vorbei, nun waren wieder Positionskämpfe im Peloton angesagt. Lucas freute sich auf dieses Gerangel ebenso, wie er sich darauf freute einige Freunde aus der Continental-Division wieder zu sehen. Tobi hingegen reiste ohne weitere Erwartungen nach Katalonien. Er kannte niemanden im Feld und niemand kannte ihn und von daher lag seine oberste Priorität darin sich einfach weiterzuentwickeln. Entwicklung war in Hinsicht auf das Zeitfahren ein gutes Stichwort. Dieses war zwar mit etwas mehr als 11 km recht kurz, aber Lucas’ 5. Platz, nur 10 Sekunden hinter Tyler Hamilton ließ auf eine sagenhafte Entwicklung im Training schließen. Auch Lucas war von dem Resultat mehr als begeistert und machte mehr als einmal deutlich, dass dies die Lorbeeren für sein hartes Training in den letzten Wochen waren. Der Platz ließ natürlich auch seine Hoffnungen für die Bergankunft am vorletzten Tag steigen. Er selber hatte sich im Zeitfahren nicht so weit vorne erwartet, aber aufgrund dieser Überraschung war er gerne bereit sich auch am Berg überraschen zu lassen. Für ihn war eine gute Platzierung inzwischen allerdings eher eine Erwartungshaltung, als eine Überraschung. Wenn man davon ausging wurde Lucas auch am Berg wieder überrascht. Erst musste er am Puerto de Navacerrada die Spitzenleute seinen Teamkollegen Andrej Kashechkin ziehen lassen, eher er dann 5 km vor dem Schluss auch nicht mehr mit einer kleineren Gruppe um seinen Bruder mitkam.
Bild
Lucas und Tobi in einer Gruppe am letzten Anstieg, ca. 10 km vor dem Ziel ... kurze Zeit vorher hatten sich die Favoriten bereits abgesetzt
Bild
Lucas kämpft mit gesenktem Kopf um Anschluss, während Tobi vorne davon fährt
Dieses Resultat holte Lucas schneller als gedacht auf den Boden der Tatsachen zurück, wobei ihm erst der Finaltag den Rest gab. Während Tobi sich in einer Ausreißergruppe probierte und am Ende auch knapp vor dem Feld 3. wurde dümpelte Lucas in den hinteren Gegenden des Feldes herum und hatte selbst da häufig seine liebe Müh’ und Not um überhaupt folgen zu können. Angesichts dessen, dass sein Bruder ihn mit etwas mehr Training deutlich distanzieren konnte, saß die Enttäuschung tief. So hätte sich Lucas seinen ersten Wettkampf bei Astana nie vorgestellt. Diese Haltung zeigte er auch deutlich, denn seine Laune ging gegen Null. Er war einfach nur frustriert, obwohl er wusste, dass er nicht lange im Training war. Vielleicht war er auch einfach nur frustriert darüber, dass er seinen Zeitfahrerfolg falsch eingeschätzt hatte. Danach war er regelrecht euphorisch und erwartete von sich selber weitere Wundertaten, wobei er im tieferen Inneren wohl selber wusste, dass diese nicht zu vollbringen waren. Diese Tatsache ärgerte ihn wohl am meisten. Er hatte nicht auf seine innere Stimme gehört und an sich selber schon wieder unerfüllbare Erwartungen gestellt. Es war wieder genau das eingetreten, was Andreas ihm einige Wochen davor ausgeredet hatte. Mario sah Lucas seine Unzufriedenheit mit sich selber an und versuchte ihn am Abend nach der letzten Etappe beim Mannschaftsessen aufzumuntern. „Lucas, was erwartest du denn? Das ist dein erstes Rennen nachdem du 3-4 Wochen ernsthaftes Training hattest. Im Gegensatz zu dir sind wir mit deinem erzielten Resultat hochzufrieden. Das ist für einen Einstand ganz in Ordnung und darauf kannst du aufbauen. Dass du ein riesiges Talent bist hast du doch im Zeitfahren gezeigt. Die paar Wochen in der Ebene haben dafür gesorgt, dass du im Zeitfahren schon wieder vorne mitfahren kannst. Nun musst du deine Ausdauer zu verbessern und demnächst auch im bergigen Terrain trainieren und dann habe ich gar keine Bedenken, dass du hier eine tolle Saison hinlegen kannst. Du machst dir immer viel zu schnell Gedanken über irgendwelche Kleinigkeiten. Konzentrier dich auf das wesentliche und du wirst sehen, dass es deutlich besser läuft.“ Mit einem Klaps auf die Schulter verabschiedete sich Mario wieder und Lucas schaute ihm kurz hinterher und nickte dann, als hätte er Marios Worte schon jetzt verinnerlicht. Während Lucas also ein weiteres ernsthaftes Gespräch hatte kamen bei seinem Bruder, der neben ihm saß nach seinem 24.Platz mal wieder nur die Gratulanten an. Alle Leute im Team waren angetan, aber die größte Freude hatte die Teamleitung, die mit Tobi wohl eines der größten Talente auf dem Markt zum Schnäppchenpreis erwischt hatte. Auch Lucas freute sich für seinen Bruder, aber ihm war seine eigene Zukunft wichtiger und er malte sich auch schon einige Ziele für die Zukunft aus. Als die beiden allein am Tisch waren schubste Lucas Tobi entnervt von den ganzen Gratulanten an. „Tour de Suisse: Top 20 … das garantier ich dir."

Tageswertung 4.Etappe
1 Andrey Kashechkin ASTANA 3h53'38
2 Koldo Gil SAUNIER DUVAL - PRODIR + 20
3 Francisco Pérez Sánchez CAISSE D'EPARGNE s.t.
4 Iban Mayo SAUNIER DUVAL - PRODIR + 28
5 Eladio Jiménez BENFICA + 36
6 Igor Anton H. EUSKALTEL - EUSKADI s.t.
7 Tyler Hamilton TINKOFF CREDIT SYSTEMS s.t.
8 Iñigo Landaluze EUSKALTEL - EUSKADI + 44
9 Egoi Martinez DISCOVERY CHANNEL PRO CYCLING TEAM + 52
10 David Cañada SAUNIER DUVAL - PRODIR s.t.
...
29 Tobi Kiehl ASTANA + 7'58
40 Lucas Kiehl ASTANA + 9'50

Tageswertung 5.Etappe
1 David Cañada SAUNIER DUVAL - PRODIR 3h55'31
2 Constantino Zaballa CAISSE D'EPARGNE + 41
3 Tobi Kiehl ASTANA s.t.
4 Iñigo Landaluze EUSKALTEL - EUSKADI s.t.
5 Francisco Pérez Sánchez CAISSE D'EPARGNE s.t.
...
63 Lucas Kiehl ASTANA + 8'46

Endstand Gesamtwertung
1 Andrey Kashechkin ASTANA 16h25'08
2 David Cañada SAUNIER DUVAL - PRODIR + 13
3 Tyler Hamilton TINKOFF CREDIT SYSTEMS + 48
4 Koldo Gil SAUNIER DUVAL - PRODIR + 1'02
5 Francisco Pérez Sánchez CAISSE D'EPARGNE + 1'04
6 Iban Mayo SAUNIER DUVAL - PRODIR + 1'14
7 Iñigo Landaluze EUSKALTEL - EUSKADI + 1'34
8 Egoi Martinez DISCOVERY CHANNEL PRO CYCLING TEAM + 1'52
9 Eladio Jiménez BENFICA + 1'54
10 Igor Anton H. EUSKALTEL - EUSKADI + 2'03
...
24 Tobi Kiehl ASTANA + 8'11
47 Lucas Kiehl ASTANA + 18'37

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José Miguel
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Beitrag: # 416354Beitrag José Miguel
22.3.2007 - 15:18

Wirklich gut, mach weiter so!
RZ: Punktewertung Vuelta 2006 und 2008, Etappensieg TdF 2010, 2011 und Giro 2012&2014, Berg Giro 2012, 2013, 2014 / Rad-Tipp: Giro dell'Emilia, Paris-Tours 2008, Tour de Romandie 2011, Eneco-Tour 2011, WM-Zeitfahren 2011 / Frauenfussball-Weltmeisterschaft 2007 / Fussball-Bundesliga 11-12
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Sale1896
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Beitrag: # 416397Beitrag Sale1896
22.3.2007 - 19:06

jo find die AAR wirklcih super
Aber welches rennen war das bitte?
Und noch ne frage wie stark hast du Lucas bzw den Bruder der Name fällt mir nicht ein gemacht

Barnetta
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Beitrag: # 418654Beitrag Barnetta
7.4.2007 - 12:41

Muss mich dafür entschuldigen, dass die letzten 2 Wochen nichts los war. Mein Internet geht derzeit leider nicht und zwischendurch war ich auch für 10 Tage in Südtirol.
Ich melde mich gerade aus einem Internet-Café, aber wenn mein I-Net wieder läuft mache ich sofort weiter. Der nächste Bericht ist schon fertig.

Das war die Katalonische Woche, demnächst folgen Rund um Köln und Rund um den Henninger Turm.

Zur Stärke sag ich nur so viel. Ich bin nicht auf die ganz schnellen ganz großen Erfolge aus. Ich bin selber gespannt wie die beiden sich entwickeln, ganz besonders Tobi, da ich ihn natürlich schwächer gemacht hab als Lucas.

Barnetta
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Beitrag: # 420652Beitrag Barnetta
18.4.2007 - 18:24

Noch einmal nahm Lucas sein Kopf hoch und vor sich konnte er schon die kahle Kuppe des Feldbergs sehen. Schweiß lief von seiner Stirn und seine Lungenflügel taten weh. Schmerzen durchdrangen seinen Körper, die Oberschenkel brannten, aber das konnte ihn jetzt nicht davon bewegen vom Rad zu steigen. Die ganze Schufterei hatte einen tieferen Sinn und dieser Sinn war es der verdammt beste Radfahrer der Welt zu werden. Der Preis den er dafür aufnehmen wollte war groß und dessen war er sich bewusst. Vom reinen Rumsitzen und Nichtstun würde er keine Erfolge feiern wollen und gerade diese schmerzenden Erfahrungen, wie er sie gerade wieder machte gaben ihm die Bestätigung dafür. Sein Lebenssinn bestand im Schmerz und nur mit Schmerz konnte er die Triumphe bezahlen.
Wenn Lucas das manchen Leuten klarmachen wollte dachten viele sie würden mit einem Ghettokind aus den Bronx reden, doch Lucas seine Art gab diesen Leuten das Gefühl, dass die Bronx ein Kinderspiel gegen die Querelen des Radsports waren. Lucas philosophierte gerne über seine eigene Sportart und auch wenn er sich noch nie Gedanken über den Unterschied der Bronx und seiner Sportart gemacht hatte war dieser doch recht simpel. In den Bronx würde man Schmerzen auf sich nehmen um im Endeffekt dort herauszukommen. Der Radsport hingegen bedeutete für den Betreibenden viele Schmerzen, aber trotzdem entwickelte man eine Liebe zu dem, was man tat. Und diese Liebe würde man nie mehr los lassen. Radsportler sind Masochisten …
Gerade in diesem Moment merkte Lucas das auch wieder. Der Feldberg an sich war kein schwerer Berg, aber wenn man vorher eine Tour durch den ganzen Schwarzwald, inklusive Kandel und Schauinsland, gemacht hatte, war der Feldberg eine einzige Qual. Mit halb geschlossenen Augen schaute Lucas noch mal nach rechts. „Feldberger Hof“. Bis zum Gipfel waren es noch ungefähr 180 m Höhenunterschied und diese waren auf einem schmalen Rad- u. Wanderweg zurückzulegen. Für einen kurzen Augenblick schaute Lucas nach oben und fixierte den Gipfel. Dann ging er aus dem Sattel und trat kräftig in die Pedale. Die Gewissheit, dass dies die letzten Meter der heutigen Trainingseinheit waren setzten noch einmal zusätzliche Kräfte in ihm frei. Er konnte sich auf dem schmalen Schotterweg vollständig auf sich konzentrieren, denn bei dem schlechten Wetter, das hier herrschte, musste er sich keine Gedanken um Fußgänger machen. Kein einziger würde sich bei diesem Wetter auf dem Feldberg aufhalten, bis auf Masochisten – Wie er es einer war. Als ihm das auf den letzten Meter durch den Kopf ging fing er an zu lachen. Für einen Außenstehenden musste es so aussehen, als würde er Spaß haben an diesen Qualen und so Unrecht würden diese Personen gar nicht mal haben. Der Radsport war eine Leidenschaft und die Schmerzen gehörten dazu und man nahm sie schließlich aus freiem Willen in Kauf.
Die Wandlung in Lucas war verrückt. Vor etwas mehr als einem Monat hätte er sich für diese Gedanken selber belächelt. Nun allerdings fuhr er bei strömenden Regen durch den Schwarzwald und hatte riesigen Spaß daran. Bei strömendem Regen … das gleiche Wetter, wie bei dem Paarzeitfahren mit Tobi und da hatte er Andreas und Mario noch dafür verflucht. Wie war das möglich? Erst hatte sich Lucas diese Frage selber gestellt, doch dann wurde es ihm klar. Es war die ansteigende Form, die ihm die Lust zurückbrachte und der zurückkehrende Glaube an sich selbst. Vor seinem geplanten Saisonauftakt warfen Andreas und die Teamleitung sein ganzes Trainingsprogramm um und das bedeutete für Lucas, der selbstständig sein wollte, einen harten Schlag. Er hatte das Gefühl nicht alleine in der Welt des Radsports zu bestehen. Er hatte Angst ein zweiter Jan Ullrich zu werden. Er hatte Angst zu versagen. Doch nachdem die Teamleitung merkte, dass er sich an Vorgaben hielt und die Form Stück für Stück besser wurde versuchte man ihm auf Bitten von Andreas diese Angst nach und nach zu nehmen. Andreas wusste um Lucas seine Sturheit und unter ständiger Bewachung zu arbeiten würde ihn verrückt machen und deshalb ließ man ihm mehr und mehr Freiräume. Zwar war Andreas weiterhin bei den meisten Trainingseinheiten dabei, aber er verzichtete mehr und mehr auf sein Mitspracherecht beim Ausarbeiten der Trainingspläne und gab Lucas so das Gefühl wieder selber für seine Fortschritte verantwortlich zu sein. Nun führten Lucas seine eigenen Gedanken zu Trainingserfolgen und sein zu vermerkender Formanstieg bestätigte ihn in seiner Hoffnung bzw. Meinung ohne große Hilfe eine Saison bestreiten zu können. Lucas fühlte sich endlich wieder als selbstständiger Mann und das gab ihm dieses gewisse Gefühl, dass er an diesem Sport so liebte, zurück.

Barnetta
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Beitrag: # 420691Beitrag Barnetta
18.4.2007 - 22:09

Am Anfang der Saison hatte Lucas sich Rund um Köln als ersten Saisonhöhepunkt fett markiert. Das hatte zwei einfache Gründe. Zum einen wollte er die Medien auf sich aufmerksam machen, zum anderen natürlich die deutsche Radsportelite. Der Traum das zu schaffen rückte zum Saisonauftakt in weite Ferne, aber nach den letzten Wochen schöpfte er nun neue Hoffnung. Zwar war es für Siegambitionen wohl noch zu früh, aber für ein wenig Eigenwerbung sollte die Form schon reichen. Da kam ihm auch der Fakt entgegen, dass Astana ohne festen Kapitän antrat. Zwar war Andreas Klöden dabei, aber das nur Aufgrund einer Abmachung mit einem deutschen Sponsor. Für Klöden zählte folglich nur der olympische Gedanke und von daher hatte Lucas durchaus die Möglichkeit sich ein wenig auszutoben. Dabei war es durchaus von Vorteil, dass ihn keiner auf der Rechnung hatte. Nach seinem Saisoneinstand würde er kaum als einer der Favoriten ins Rennen gehen und damit ging auch der Druck gegen Null. Den einzigen Druck, den er mal wieder verspürte, war der, den er sich selber machte, aber das war er teilweise gar nicht mehr anders gewohnt.
So musste es halt sein, wenn man sich als den kommenden deutschen Radfahrer ansah. „Von Arroganz kann da gar keine Rede sein. Das ist einfach die perfekte Selbsteinschätzung. Und wer mir nicht glaubt, wird es sehr bald tun.“ Lucas belastete sich mit solchen Sprüchen immer wieder mit größerem Druck, als es ein Medium je schaffen würde. In diesem Jahr waren die Medien bisher sowieso eher auf seinen Bruder aufmerksam geworden, aber Lucas war bereit, dass bei dem 3.größten deutschen Klassiker zu ändern. Rund um Köln sollte den Startschuss in eine perfekte Saison geben. Eine konkrete Zielstellung hatte Lucas nicht. Er war einfach darauf fokussiert sich präsentieren zu können. Nachdem sein Bruder am Anfang der Saison so belagert wurde steckte dort eventuell auch ein gewisser Zwang hinter, denn Lucas liebte das Rampenlicht und warf seinem Bruder nun einige neidische Blicke zu. Aber Lucas war gewollt durch sportliche Empfehlungen die Kameras auf sich zu ziehen. Deutschland sollte sehen, was für ein außergewöhnliches Talent in diesem Jahr die Bühne des Radsports betreten würde. „Vorhang auf für eine hollywoodreife Karriere!“



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Sicherlich kommt meinen Lesern schon einiges des Textes bzw. nochmal die kurze Beschreibung von Lucas' Charakter bekannt vor.
Ohne die lange Pause hätte ich eigentlich gleich mit Rund um Köln begonnen ohne nochmal einen Text zu schreiben.
Allerdings wollte ich das nochmal als kurze Einleitung geben und direkt nach „Vorhang auf für eine hollywoodreife Karriere!“ mit Rund um Köln weiterstarten.
Leider gibt es da ein Problem, was mich kräftig ankotzt. Wir haben 2 Rechner @ home und ich sitz nun am älteren, bei dem Internet noch teilweise geht. Beim anderen versagte es vollständig. Das Problem ist, dass aufgrund von WirelessLan die Internetverbindung in regelmäßigen Abständen getrennt wird.
Somit wird schon das Hochladen der Bilder fast unmöglich und Microsoft Framework 2.0, welches ich bei dem Schneiden der Screens mit Paint 3.01. brauche, kann ich aufgrund der Größe von 22 MB garnicht runterladen, denn so lange wird die Verbindung leider nie aufrecht erhalten. Eigentlich sollten 22 MB mit DSL ja kein Problem sein, aber ich denke mal, dass aufgrund des schwachen Empfangs auch der Datentransfer leidet. Ich bin schon am überlegen das gute alte LAN-Kabel wieder rauszuholen.
Verzwickte Situation, da ich sehr gerne weiter machen würde.
Hab das jetzt mal hier geschildert, denn vielleicht weiß einer von euch mir zu helfen. Vielen Dank schon mal!

dr. stellhammer
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Beitrag: # 457563Beitrag dr. stellhammer
6.8.2007 - 21:33

du MUSST weiter schreiben das is genial

Barnetta
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Beitrag: # 6733755Beitrag Barnetta
2.9.2008 - 12:49

Würd gerne meinen AAR weiterführen, habe aber ein technisches Problem mit dem Radsportmanager.

http://www.cyclingmanager.de/viewtopic. ... 6&start=21

Dort ist das Problem am Ende beschrieben. Dazu sollte ich vielleicht noch sagen, dass mein DVD Laufwerk seit neuestem ziemlich lange zur Erkennung von CD's und DVD's braucht. Allerdings ist der PCM 2006 das einzige Spiel, das garnicht startet.

$$_gibo_$$
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Beitrag: # 6736534Beitrag $$_gibo_$$
17.9.2008 - 14:26

Ist das Problem jetzt beseitigt ? Und wenn ja führst du deine AAR weiter ?
Deine Geschichte hat mir bisher gut gefallen, und ich würde mich über eine Weiterführung freuen :D
Ich sah den Himmel und mein eigenes Grab,
Ich feierte Siege triumphierte und verlor,
Ich starb aus Liebe.

Barnetta
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Beitrag: # 6738337Beitrag Barnetta
1.10.2008 - 1:48

Hey Jungs!
Eine gute Nachricht für die Leser von meinem AAR - Es geht weiter! :)
Mir hats damals meinen Spielstand zerschmissen und wie man sich denken kann war da die Motivation komplett weg. In den letzten Wochen hab ich dann den Radsportmanager mal wieder ausgepackt und ich hab die Lust zum Schreiben wiederentdeckt. Die Saison 2007 ( eigentlich die 2006er, denn es war ja der PCM 2006 ... aber ich hab diese Saison ja trotzdem als 2007er Saison genommen ... verstanden? ^^ ) hatte ich komplett zuende gespielt, nur leider habe ich auch da einige Datenverluste, da ich den Manager neu installierten musste. Ich hatte vorher nicht bedacht, dass ich noch diverse Exported Results mit drauf hatte, die jetzt natürlich weg sind. Einige Resultate aus dem Jahr 2007 hatte ich aber schon vor langer Zeit in einen anderen Ordner kopiert, so dass ich definitiv noch einige Ereignisse aus Lucas' und Tobi's erstem Jahr bei Astana schildern werde. Wo ich einsteige werdet ihr dann ja sehen. Nur soviel sei gesagt: Sowohl Lucas, als auch Tobi haben eine mehr als erfreuliche Entwicklung genommen. Zwar gab es auch Hindernisse, aber diese wurden im Endeffekt gut überwunden. Während sich Lucas im Spätsommer 2007 dort wieder fand, wo er sich aufgrund seines schier unendlichen Selbstbewusstseins eigentlich auch erwartet hatte, war Tobi an einem Punkt angekommen, von dem er zum Saisonanfang nicht einmal geträumt hatte.
Nach den ersten Berichten aus dem Jahr 2007, die ich bereits fertig hab, gehts dann weiter mit dem Jahr 2008. Damals hatte ich für das Jahr 2008 ein interessantes Team aufgebaut und ich bin gespannt, was ich da diesmal erreichen kann. Aber dazu muss ich mich erstmal durch das Jahr 2007 kämpfen, aber das wird schon. Und diesmal ist das Jahr für den AAR ja auch belanglos, folglich wird das relativ schnell abgehandelt sein.
Bis ich das geschafft habe habt ihr noch mal Zeit euch hier einzulesen, sind ja auch viele Neulinge hier, die, so hoffe ich, mit Interesse meinen AAR verfolgen werden.
Ich melde mich dann in einigen Tagen mit dem ersten Bericht. :D

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