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Mephistopheles
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Beitrag: # 6953579Beitrag Mephistopheles
4.7.2015 - 13:00

Kobelix hat geschrieben: Saison vorbei, ich habe schon bessere Playoffs gesehen, aber insgesamt habe ich dennoch immer Spaß. Next Stop: NBA-Draft. Gut, dass ich von Collegebasketball keine Ahnung habe.
Und genau DAS habe ich auch gedacht. Spielerisch war letztes Jahr um Welten besser.
Was die Cavs taktisch hätten machen können, ist im Endeffekt irrelevant, denn James hat, wie Spoelstra teilweise auch, David Blatt über die komplette Saison enteiert. Jemand der clever ist, tut sowas nicht.
Marc J. Spears ‏@SpearsNBAYahoo
Rajon Rondo to sign one-year, $10 million deal with Kings, source told Yahoo
Cousins / Gay / Rondo.

Gott wird das ne geile Freakshow, ich freu mich tierisch :D
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PepsiLight
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Beitrag: # 6953596Beitrag PepsiLight
4.7.2015 - 14:12

Wobei Gay aber persönlich sehr um Rondo geqorben haben soll.
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#28

Mephistopheles
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Beitrag: # 6953620Beitrag Mephistopheles
4.7.2015 - 18:34

Free agent LaMarcus Aldridge will sign with the San Antonio Spurs, league sources tell Yahoo Sports.

-Woj
8O
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Kobelix
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Beitrag: # 6953628Beitrag Kobelix
4.7.2015 - 20:32

Hat sich ja schon ne Weile angedeutet jetzt. Insgesamt eine sehr unterhaltsame FA-Periode bisher. Ich spare mir aber fast alles zusammenfassende und hebe mir (und vielleicht Schumi) das für eine Preview im Herbst auf. Soll natürlich niemanden hindern das selbst zu tun.

Ganz kurz bisher:
- Die Clippers sind fucked
- Ich freue mich über wohl mindestens 4 weitere Jahre mit Pop
- Die Mavs haben sich verstärkt, aber ich verstehe noch nicht wirklich wie die Offense ohne Ballhandler funktioniert.
- Lakers-Fans aktualisieren verwirrt alle 2 Sekunden Twitter.
- Weniger kurze Verträge als ich dachte, nur Paul Millsap macht immer alles anders.
-Nice Try Phoenix

Und extra etwas länger dann auch von mir die Kings:
WTF?! Wenn sie Rondo wollen, meinetwegen. Ich kann mir das auch noch nicht so recht vorstellen wie das werden soll mit den ganzen "Persönlichkeiten" Cousins, Karl, Rondo, wohl auch der Rookie (Gay ist mir jetzt gar nicht so schwierig in Erinnerung), aber wenn man nicht besonders gut ist und Darren Collison als Starter hat, whatever, das ist ein Risiko das man versuchen kann, vielleicht kriegt er ja doch noch mal die Kurve.

Aber... nochmals WTF!? Waren da alle im Kings-Frontoffice betrunken als sie diesen Trade mit den 76ers gemacht haben? Man versucht Capspace zu schaffen, ok.. aber dafür gibt man einen Firstounder und 2(!) Firstround-Swaps auf? Und gibt ihnen den letzten Firstrounder Stauskas noch als Blume obendrauf. Ich fasse es kaum, wie wahnsinnig das ist. Man ist doch kein Contender, dass man alles auf eine Karte setzt um das letzte Puzzlestück zu kriegen und die Swaps eh nur ein kleines Risiko wären. Das sind die freaking Kings. Wen haben sie gedacht kriegen sie denn mit diesem Geld? Wes Matthews stand im Raum. Joa der ist ja ganz gut, aber selbst wenn er ganz gesund wäre, wäre das viel zu viel dafür gewesen. Und: ER HAT NICHT UNTERSCHRIEBEN! Also nur Rondo (den man wohl auch billiger hätte haben können, weil ABSOLUT NIEMAND IN DER LIGA BEDARF HATTE) und irgendwelche reinen Roleplayer die noch kommen? Was? Und damit nicht genug. Die Kings wissen anscheinend nicht mal was sie sonst so hätten tun können um Geld frei zu machen? Warum nicht die Stretch Provison nutzen? Man hätte genug Capspace generieren können ohne auch nur einen einzigen Pick abzugeben um locker jeden unterzubringen den man haben wollte. Und jetzt hat man potentiell 4 Firstrounder abgegeben (Jaja, ich weiß einer ist Stauskas, einer ist protected und zwei sind Swaps) um ABSOLUT GAR NICHTS zu tun. Ich höre auf zu schreien. wtf.

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PepsiLight
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Beitrag: # 6953891Beitrag PepsiLight
6.7.2015 - 23:17

David West verzichtet auf seine Player Option bei den Pacers (er hätte damit 12,6 Mio $ verdient) und unterschreibt für das Veteranen-Minimum (1,4 Mio $) bei den Spurd! 8O

Er verzichtet also auf 11,2 Millionen Dollar, einfach nur, um eine Chance (!) auf den Titel zu haben...
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Kobelix
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Beitrag: # 6954156Beitrag Kobelix
9.7.2015 - 7:54

Oh je.. DeAndre Jordan. Ganz schöner Arschloch-Move, das darf keine Schule machen.

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MichelinR
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Beitrag: # 6954160Beitrag MichelinR
9.7.2015 - 9:25

Gab es sowas schonmal bei einem Spieler ähnlicher Gehaltsklasse? Bevor das jetzt in Zukunft noch mehr abziehen, müsste man über die Regularien nachdenken. Die Mavs haben Chandler abgegeben und ihre ganzen Planungen natürlich dem Deal ausgerichtet. Sie hätten zwar wohl eh keinen anderen großen Fisch gefangen, dennoch ist damit eig. die mittelfristige Planung der gesamten Franchise über den Haufen geworfen. Ihren Pick haben sie ja im Rondo Trade Top7 protected abgegeben, den zu behalten wird schwer, dazu ist das Team wohl noch zu gut.

Jordan übertrifft damit Howard in Unprofessionalität nochmal um Welten. Ich bin mir eh nicht sicher wie gut Jordan wirklich als bester Spieler eines Teams wäre, ich finde ihn einfach etwas zu begrenzt. Rebounden, Shotblocken, im Weg stehen und einfache Punkte mit Blick zum Korb. Dazu eindeutig keine Reife. Mit dem neuen Cap Space aber bei der überschaubaren Anzahl an guten Centern aktuell wohl einen Max Vertrag wert, speziell den Clippers mit Paul und Griffin und ihren Passing Skills hilft er natürlich extrem. Ob er den Mavs so sehr geholfen hätte, bezweifle ich. Dennoch: Vollidiot.

Was haltet ihr eigentlich von dem neuen Cap Space ab nächstes Jahr? Ich befürchte, es werden jetzt viel zu vielen Startern Max Verträge nachgeschmissen, weil man einfach keine anderen Spieler findet.

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Kobelix
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Beitrag: # 6954165Beitrag Kobelix
9.7.2015 - 9:54

Ich kann mich spontan auch an keinen Fall wie Jordans erinnern. Chandler hat meiner Meinung nach schon Phoenix zugesagt, bevor sich Jordan (das erste Mal) entschieden hat, aber nichtsdestotrotz ist das natürlich wahr, er raubt den Mavericks damit jede Möglichkeit zu angemessenen Alternativen. Das ist schon sehr bitter für Dallas. Man stelle sich vor Aldridge entscheidet sich um, nachdem Duncan und Manu für ihn erhebliche Paycuts nehmen... so wie die Regeln da im Moment sind, muss man sich auf Zusagen einfach verlassen können. Wenn Jordans Agent nicht gerade Dan Fegan, einer der mächtigsten Männer der NBA, wäre, würde ich auch auf den große Probleme zukommen sehen in zukünftigen Verhandlungen.

Jordan kann natürlich nicht der beste Spieler eines Championshipteams sein. Aber er ist ein sehr schönes Puzzlestück und sein Pick&Roll zum Korb ist offensiv eine viel gefährlichere Waffe als ihm Kritiker nachsagen. Die Mavs hätten dieses Jahr nix gewonnen, aber sie wären nächstes Jahr mit dem steigenden Cap ein sehr attraktives Ziel für weitere Stars gewesen. Wenn man jetzt dagegen guckt. Dirk Nowitzkis Karriere ist fast vorbei, Wes Matthews ist mit 29 nicht uralt, aber wurde gerade an der Achillessehne operiert, Chandler Parsons ist ein guter Rollenspieler aber so richtig mehr auch nicht... da kann man auch schnell sehr hart fallen als Team.

Zum Cap: Ich habe damit eigentlich kein Problem. Die Teams machen so viel Geld und da es unrealistisch ist, dass die dieses Geld einfach an soziale Zwecke (was sie im übrigen wirklich sollten, weil die Zahlen obszön sind, aber das ist ein anderes Thema und eher nicht für hier) weitergeben, ist es ja nur logisch, dass auch die Spieler im neuen CBA da mehr verdienen. Man muss sich einfach an die höheren Zahlen gewöhnen und ansonsten ändert sich doch nix. Kluge Teams werden auch mehr Geld besser verteilen als dumme Teams. Am Anfang wird das komisch aussehen, weil Spieler unter dem neuen CBA einfach so viel mehr verdienen werden, als Spieler die noch unter den alten Bedingungen unter Vertrag stehen, aber das gibt sich schon mit der Zeit.

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PepsiLight
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Beitrag: # 6954209Beitrag PepsiLight
9.7.2015 - 13:04

Es ist nach den Regularien übrigens nicht nur verboten, vor der Frist zu unterschreiben. Auch eine mündliche Zusage ist nicht erlaubt.
Wie weit das trotzdem statt fand, können Außenstehende gar nicht beurteilen. Ich sehe den Fall jetzt deswegen nicht so als drastisch an, die Öffentlichkeit weiß einfach zu wenig, was wirklich statt fand. Wenn alles so klar gewesen wäre, wie kommuniziert, hätte ein "Abwerben" gar nicht statt finden können.

Wie wichtig Jordan für die Clippers ist:
Suddenly, the Clippers no longer have to go dumpster-diving for bargain centers. They'll once again have a top-of-the-line model in Jordan, who was valued at 15.4 wins above a replacement-level player by my metric last season and 12.1 wins above replacement by ESPN's real plus-minus (RPM). Both stats put him among the NBA's 10 most valuable players.
http://insider.espn.go.com/nba/insider/ ... exion-west

Ich bin gespannt, was die Mavs machen werden. Sie müssten eigentlich jeden guten Spieler (inkl. Dirk) für Picks abgeben, um einerseits so schlecht wie möglich zu sein (um den Top7-Pick zu behalten) und andererseits andere Picks für die Zukunft zu haben.
Hatte Dirk aber nicht sogar eine No-Trade-Klausel?

Auch für Dirk selbst wäre es das beste, sich traden zu lassen. Einerseits bekommt dadurch "seine" Franchise eine bessere Zukunft, andererseits könnte er einem anderen Contender nochmal einen echten Push geben...
Bei den Mavs schadet er nur der Franchise, so traurig das klingt.
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Kobelix
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Beitrag: # 6954216Beitrag Kobelix
9.7.2015 - 13:59

PepsiLight hat geschrieben:Es ist nach den Regularien übrigens nicht nur verboten, vor der Frist zu unterschreiben. Auch eine mündliche Zusage ist nicht erlaubt.
Wie weit das trotzdem statt fand, können Außenstehende gar nicht beurteilen. Ich sehe den Fall jetzt deswegen nicht so als drastisch an, die Öffentlichkeit weiß einfach zu wenig, was wirklich statt fand. Wenn alles so klar gewesen wäre, wie kommuniziert, hätte ein "Abwerben" gar nicht statt finden können.
Das ist natürlich ausgemachter Blödsinn. Ab dem 1.Juli durften Verhandlungen geführt werden, natürlich gibt es dann auch Zusagen. Die Verhandlungen sind auch ausdrücklich erlaubt und die Liga duldet ja ganz offensichtlich auch alle mündlichen Zusagen, da die von allen öffentlichen Stellen sowohl von den Spielern als auch von den Teams kamen. Der einzige Grund, dass noch keine Verträge unterschrieben werden können, ist dass vor dem Ende des sogenannten Free Agent Moratorium am 9. Juli der Salary Cap noch nicht abschließend berechnet ist.

Dass man das als Außenstehender auch beurteilen kann, ist Anhand der enormen Berichterstattung sogar ziemlich leicht möglich. Es gab schon die Zahlen über den Vertrag, die vom Team als auch dem Agenten bestätigt wurden. Ein Regelverstoß fand von Jordan wohl tatsächlich nicht statt (selbst das ist wohl nicht völlig klar, es gibt bereits Aussagen von Anwälten, dass die Mavericks eine echte Chance gerichtlich hätten wegen der mündlichen Zusage. Dass sie das wahrnehmen, halte ich aber für fast ausgeschlossen, da man dann wohl nicht nur gegen Jordan sondern auch gegen den CBA klagen müsste), aber es ist kein Zufall, dass das absolut niemand sonst macht. Man sollte sich nunmal an Versprechen halten, moralisch ohnehin und in einem Geschäft das so viel von öffentlicher Beurteilung abhängt erst recht.

Dass er sich jetzt weigert jegliche Kontaktversuche der Mavericks anzunehmen und ihn wohl gleich ein ganzer Haufen Clipper-Angestellte nicht aus den Augen lassen bis die Frist abläuft ist geradezu schon Comedy.

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PepsiLight
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Beitrag: # 6954222Beitrag PepsiLight
9.7.2015 - 15:19

Kobelix hat geschrieben:
PepsiLight hat geschrieben:Es ist nach den Regularien übrigens nicht nur verboten, vor der Frist zu unterschreiben. Auch eine mündliche Zusage ist nicht erlaubt.
Wie weit das trotzdem statt fand, können Außenstehende gar nicht beurteilen. Ich sehe den Fall jetzt deswegen nicht so als drastisch an, die Öffentlichkeit weiß einfach zu wenig, was wirklich statt fand. Wenn alles so klar gewesen wäre, wie kommuniziert, hätte ein "Abwerben" gar nicht statt finden können.
Das ist natürlich ausgemachter Blödsinn. Ab dem 1.Juli durften Verhandlungen geführt werden, natürlich gibt es dann auch Zusagen. Die Verhandlungen sind auch ausdrücklich erlaubt und die Liga duldet ja ganz offensichtlich auch alle mündlichen Zusagen, da die von allen öffentlichen Stellen sowohl von den Spielern als auch von den Teams kamen. Der einzige Grund, dass noch keine Verträge unterschrieben werden können, ist dass vor dem Ende des sogenannten Free Agent Moratorium am 9. Juli der Salary Cap noch nicht abschließend berechnet ist.
http://bleacherreport.com/articles/2518 ... -mavericks
While Jordan had previously agreed to a deal with the Mavericks to return to his home state of Texas, the NBA's moratorium period prohibited him from physically inking a deal or even verbally stating his intentions, according to NBA.com's David Aldridge:

https://twitter.com/daldridgetnt/status ... 6113008640

"Free agent agreements made during the moratorium are ephemeral—they’re ghosts, illusions—agreements that aren’t really agreements," CBAFAQ.com's Larry Coon wrote.
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Kobelix
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Beitrag: # 6954224Beitrag Kobelix
9.7.2015 - 15:49

Ich hätte zugegebener Weise genauer sagen sollen, was ich an der Aussage Blödsinn finde.

Das steht garantiert im CBA, bezweifele ich gar nicht, daher schrieb ich ja vorsichtig die Liga "duldet" die mündlichen Zusagen. In der Realität ist es doch einfach so, dass alle (und ich meine wirklich ausnahmslos alle) abgeschlossenen Deals der letzten Woche direkt oder indirekt von Teams, Spielern und Agenten bestätigt wurden. Die Journalisten denken sich das nicht aus und es wird nicht mal versucht das zu verstecken, es wird einfach öffentlich diskutiert. Die Liga stört das nicht die Bohne. Und wieso auch? Seit dem 1. Juli stehen die Spieler ja nicht mehr bei anderen Teams unter Vertrag.

Wie weit das stattfindet kann man also sehr wohl beurteilen, weil das ja quasi völlig öffentlich stattfindet. Ob es also formal nicht rechtens ist, spielt doch dann in der Bewertung von Jordans Aktion überhaupt keine Rolle, außer das man eben keine Strafe fordern kann (von den Überlegung dieser Anwältin aus Dallas, die ich vorher angesprochen habe sehe ich mal ab, das passiert sowieso nicht). Aber er bricht ein Versprechen an ein Team, etwas dass es auf diese Art und Weise (jedenfalls im Medienzeitalter) meiner Meinung nach in der NBA noch nicht gab. Am nähesten kam vielleicht die Geschichte um Carlos Boozer vor 10 (?) Jahren oder das Elton Brand-Desaster mit den Clippers 2008. Beides nicht völlig vergleichbar, aber damals und heute auch sehr kritikwürdig.

Solches Verhalten hat immense Auswirkungen auf mehrere Teams und Spieler, die einfach unfair behandelt worden sind. Iin diesem Fall natürlich besonders die Mavericks, aber wer sagt denn, dass sagen wir die Pacers Roy Hibbert nicht lieber nach Dallas getradet hätten, wenn es da noch einen Platz gegeben hätte. Wenn man den Gedanken weiterspinnt, was sowas alles auslösen kann, kriegt man relativ schnell Kopfschmerzen.

Nun ist DeAndre Jordan da sicher nicht alleine dran Schuld. Die Regeln der Liga sind einfach bescheuert. Dieses Moraturium funktioniert äußerst bescheiden, wie man gut daran erkennen kann, dass der Cap jetzt plötzlich höher ist als die meisten dachten, die Teams aber schon unter anderen Voraussetzungen operieren mussten. Aber ALLE anderen kriegen es eben hin sich an ihr Wort zu halten.

Zach Lowe beschreibt das ganze Problem hier (wie immer ausführlicher und besser als ich).

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Beitrag: # 6954243Beitrag Exelero
9.7.2015 - 19:39

Hallo zusammen,

ich schreibe hier zwar eigentlich nie was, aber lese immer begeistert eure Diskussionen mit. Ich kenne mich auch gar nicht genügend in der NBA oder im Basketball aus, um da ne fundierte und lesenswerte Meinung beizutragen. Aber bei dem DeAndre Jordan Disaster brennt mir eine Frage auf der Zunge und die habe ich nirgendwo so richtig beantwortet bekommen. Bei allem was ich auf den einschlägigen Seiten gelesen habe. Warum bitte ist sowas überhaupt, bei so einem Unternehmen wie der NBA möglich? Mal abgesehen davon, das man meinen würde im Land wo man gegen alles und jeden eine Millionenklage einreichen kann, würde man sich gegen sowas absichern. Frag ich mich einfach warum da nicht sowas wie eine Absichtserklärung unterschrieben werden muss? Gut wenn ich lese, das selbst mündliche Vereinbarungen laut Regeln eigentlich verboten sind, dann frage ich mich auch warum dann treffen erlauben? Warum das nicht auch verbieten wie bis zum 30.06.? Auf jeden Fall zeigt der Fall, auch wenn ich bezweifle das sowas allzu schnell wieder vorkommt, dass da was geändert werden muss - schleunigst.

Mal eine Frage wegen Dirk, ich bin zwar kein Mavs Fan und es passt auch wie Topf auf Deckel, dass es ausgerechnet sie trifft mit so einer Geschichte, aber Dirk Fan bin ich dann doch. Irgendwie. Wo wäre denn überhaupt für den guten Platz? Ich bezweifle ja stark das er Dallas trotz des Scherbenhaufens, verlassen will. Er sollte es, aber ich glaube da jetzt noch nicht so richtig dran. Egal. Die Frage die ich eigentlich habe, welcher Contender würde ihn gebrauchen können und gegebenenfalls eben auch was anbieten können (wollen) damit er kommt? Habt ihr da Ideen? Ich meine wenn er geht, dann zählt eh nur der Ring von daher. Ich kenne mich, wie gesagt, nicht mit den Feinheiten aus und kenne auch nicht jedes Roster und kann so Sachen wie Spacing, Chemistry oder sowas überhaupt gar nicht einschätzen. Daher dachte ich, ihr könntet mir da vielleicht was weiter helfen.

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Kobelix
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Beitrag: # 6954253Beitrag Kobelix
9.7.2015 - 20:44

Immer schön, wenn mehr Leute mitschreiben.

Die erste Frage ist aber sehr schwer zu beantworten. Wie ist sowas möglich... also um das in Gänze zu diskutieren fehlt auch mir die Expertise und vor allem Zeit und Platz hier. Aber ich versuche eine Kurzversion: Vor dem 1.7. ist es den Spielern und ihren Agenten nicht erlaubt mit Teams zu verhandeln (natürlich passiert das trotzdem, aber ignorieren wir das hier gerade mal). Vom 1.7. bis heute Abend läuft die sogenannte Free Agent Moratorium Period. In dieser Zeit dürfen Verhandlungen geführt werden, aber es können noch keine Verträge unterschrieben werden.

Das liegt zum einen daran, dass der Salary-Cap fürs nächste Jahr erst danach feststeht (das ist ein recht langwieriger Prozess den zu errechnen und da das NBA-Jahr offiziell eben erst mit dem 30.6. endet, können danach erst die Zahlen konkret zusammengeführt werden. Soviel in der Theorie, in der Praxis ist das natürlich ein Desaster, dass das sich überlappt). Zum anderen soll die Phase garantieren, dass die Spieler Zeit haben sich mit verschiedenen Teams zu treffen ohne sich sofort entscheiden zu müssen.

Soviel zu der Theorie. Praktisch ist das totaler Murks. Ich verstehe jedenfalls nicht was dagegen spricht das NBA-Fiskaljahr schon am 20.6. zu beenden, so dass man die Zahlen bis zum 1.7. berechnet hat. Und klar, der Gedanke dass die Spieler etwas mehr Zeit haben ist ja schön, aber (und jetzt ignorieren wir das nicht mehr) die Gespräche mit den Agenten laufen sowieso das ganze Jahr. Also who the fuck cares, wenn der ein oder andere sich da gehetzt fühlt. Ich bin sicher es gibt noch ein paar mehr Gründe für diese Phase, aber in den wirtschaftlichen Details stecke ich auch nicht bis zum Letzten drin.

Zurück zum Thema. Wieso ist das also möglich? Die einfache Wahrheit ist vermutlich: Es war bisher einfach kein echtes Problem (und vielleicht ist es das auch in Zukunft wieder nicht). Klar, die Teams mussten ein bisschen mit den Zahlen jonglieren und vielleicht hätten die Spurs jetzt Corey Joseph nicht traden müssen um Capspace zu schaffen, weil der Cap höher als gedacht ausfällt. Sowas ist bestimmt häufiger in der Vergangenheit schon mal passiert, aber seien wir ehrlich... niemanden außer ein paar Supernerds wie mich (wenn überhaupt) interessiert das, weil kein Mensch weiß, wer überhaupt Corey Joseph ist.

Was aber eben nie passiert ist, ist dass jemand seine Abmachung da einfach nicht eingehalten hat. Jedem war klar, dass die Teams nur so operieren können, dass sie nur eine Zusage nach der anderen einholen können, also haben sich die Spieler auf die Teams, Teams auf Spieler und Spieler untereinander auf einander verlassen. Der Liga war das völlig klar und darüber hinaus findet die NBA die ganze Aufmerksamkeit in dieser Zeit natürlich ganz wunderbar. Das hat über die Jahre ziemlich reibungslos funktioniert. Diesmal nicht. Und so konnte das passieren.

Zu Nowitzki: Die eigentlich Antwort ist ziemlich einfach. No way, dass er geht. Alles was man je über ihn und Cuban gelesen hat, beschreibt dass er in Dallas bleiben will bis zum Karriereende. Würde er gerne mit den Mavs ein Contender sein? Na Logo, aber wenn nicht, dann bleibt er halt so. Weder werden die Mavs ihn loswerden wollen um zu tanken (ich glaube auch gar nicht, dass das viel bringen würde. Kein Lottery-Team gibt einen First-rounder für ihn auf, wozu auch? Und einem schlechten Record steht er alleine auch nicht mehr wirklich entgegen, dafür ist der Westen zu stark und Nowitzki nicht mehr gut genug), noch wird Nowitzki einen Trade zu einem Contender forcieren. Er hat einen Ring gewonnen, er ist glücklich in Dallas, seine Familie ist da. Nee, never.

Aber gut, ich spiele das Spiel mit. Welcher Contender würde passen? Ich sehe spontan eigentlich nur einen und das ist Houston. Man könnte einen Pick und Terrence Jones oder so in den Trade packen, als Stretch-4 neben dem Ballhandler Harden und mit Howard als Rimprotector... das wäre tödlich. Und Marc Cuban ertränkt sich lieber in seinem Shark Tank bevor er den Nachbarn aus Texas das ermöglicht.

Exelero
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Beitrag: # 6954298Beitrag Exelero
10.7.2015 - 10:39

Danke für die schnelle Antwort. Ist ja ganz lustig zu lesen, dass man in den USA jetzt die selben Fragen stellt und auch Regeländerungen proklamiert. Bei ESPN gibt's einen interessanten Artikel dazu. Wo Bezug auf Shaq's Unterschrift bei den Lakers 99 genommen wird. Er hat damals wohl bis zum 18. Juli gewartet. Stellt sich also die Frage, warum nicht erst am 7 oder 9, wann dann auch immer dieses Moratorium endet mit der Free Agency offiziell anfangen? Na ja, das wird einem wohl selbst ein Adam Silver nicht eindeutig begründen können.

Was die Nowitzki Sache angeht, glaube ich ja selbst auch nicht dran, dass der jemals weggeht. Hätte es die Campionship 2011 nicht gegeben. Vielleicht. Fand den Gedanken halt nur interessant und vor allem wo er denn dann überhaupt reinpasst. Das das dann ausgerechnet die Rockets sein müssen, macht das ganze ja ohnehin noch unwahrscheinlicher. Und bei allem was ich mir die letzten Wochen angelesen habe, hätte er ja auch mit Jordan keine wirkliche Chance auf den Titel gehabt. So...shit happens.

Nochmal Danke für die schnelle und doch informative Antwort und btw. wer Corey Joseph ist weiß ich tatsächlich nicht. Ist der überhaupt in der Rotation drin gewesen?

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Kobelix
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Beitrag: # 6954301Beitrag Kobelix
10.7.2015 - 11:32

Exelero hat geschrieben: Nochmal Danke für die schnelle und doch informative Antwort und btw. wer Corey Joseph ist weiß ich tatsächlich nicht. Ist der überhaupt in der Rotation drin gewesen?
Keine Ursache, wie gesagt ich freu mich über Betrieb im Thread. Und ja, Corey Joseph war in der Rotation, hat sich die Backup-PG Pflichten mit Patty Mills geteilt (jedenfalls in der Regular Season, in den Playoffs war er wenig auf dem Court) und angesichts der vielen Pausen und wenigen Minuten, die jeder bei den Spurs bekommt dann durchaus viel gespielt. Solider Backup, aber natürlich kennt den "keiner". Und wenn das die einzige Art negativer Auswirkung des Moratoriums wäre, hätte niemand auch nur eine Augenbraue gehoben.

Steini
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Beitrag: # 6954430Beitrag Steini
12.7.2015 - 10:52

Mal ein paar Gedanken von mir dazu: so ganz verstehe ich diese Transfer-Geschichten nach wie vor nicht, RFA, FA, wer nun wie viel Kohle hat, woran sich das überhaupt bemisst, usw... Aber das Gefühl, das ich einfach nicht loswerde ist, dass im Fußball-Bereich, gerade in Deutschland, viel durchdachter gewirtschaftet wird. Mir schwebt schon immer ein NBA-Team im Augsburg-Stil vor ohne große Stars, aber mit ausgeglichenen, vielseitigen Kampfschweinen. Mal davon abgesehen, dass dann vermutlich noch genügend Asche für einen großen Namen da wäre.

Apropos großer Name und Unverständnis für die Transferaktivitäten: Kevin Garnett bekommt für zwei Jahre 16 Millionen? Gerald Green für ein Jahr nur 1,4 Millionen? Wo ist da das Verhältnis? Der Sinn? Die Timberwolves haben in meinen Augen im Frontcourt eine derart talentierte Truppe mit Dieng, Bennett und Hamilton - wieso einem Invaliden dermaßen viel Geld in den Allerwertesten blasen? Das hat für mich so viel Ernsthaftigkeit wie Wrestling.

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Beitrag: # 6954447Beitrag Kobelix
12.7.2015 - 14:39

Sehe ich beides eher nicht so. Natürlich gibt es schlechtes Wirtschaften, genau wie es das im Fußball auch gibt. Aber NBA-Teams machen allesamt (ja ja ok, die Nets könnten eine Ausnahme letztes Jahr gewesen sein, aber Angesichts der Finanzkraft ihres Owners, der Steuervergünstigen die die NBA in den USA bekommt und des immensen Werts des Barclay-Centers vermutlich nichtmal die) Jahr für Jahr Gewinn, die allermeisten sogar sehr sehr viel. Im Fußball gilt das jedenfalls meines Wissens in der Breite längst nicht so, man könnte also sogar behaupten in der NBA wird dahingehend besser gewirtschaftet, gerade wenn der neue TV-Deal jetzt greift, verdienen sich da alle eine goldene Nase.

Das ist aber natürlich nicht was Du meinst. Ein Vergleich ist aufgrund der sehr anderen Voraussetzungen durch den Salary-Cap schwierig, aber anders als noch vor gar nicht so langer Zeit, finde ich dass die NBA-Teams da inzwischen durschnittlich viel besser geworden sind, ihre Ressourcen einzusetzen. Negativbeispiele wie die Kings oder die Knicks der letzten Jahre gibt es natürlich immer noch und wird es sicher weitergeben, aber es gibt auch so viele postive.

Genauso gibt es natürlich auch Teams die ohne Stars auskommen (müssen), aber das in einer Liga in der theoretisch alle das gleiche bezahlen können (faktisch stimmt das natürlich nicht ganz), gerade in einem Sport in dem ein einzelner Spieler nunmal auch einen größeren Unterschied ausmacht als im Fußball, weil ja nur 5 auf dem Court sind. In der NBA kann eben doch jedes Team mit etwas Glück und guter Arbeit Meister werden, im Fußball ist das ja bis auf große Wunder auf Grund der Finanzen eigentlich undenkbar. Augsburg agiert eben auf der Basis sich langfristig in der Liga halten zu wollen, die haben und können auch gar nicht den Anspruch haben jemals ganz oben anzugreifen. In der NBA will das aber mittelfristig absolut ausnahmslos jedes Team, dass dann auch alle Teams versuchen möglichst gute Spieler einzukaufen ist ja einleuchtend.

Dass das nicht geht, ist auch klar. Aber für jedes Negativbeispiel, gibt es auch positive. Die Grizzlies sind wenn man so will ein "Kämpferteam", die ihren Star selbst hervorgebracht haben (der Unterschied zu Ausgburg ist, wenn man das schafft, muss man ihn eben nicht aus wirtschatflichen Zwängen verkaufen), die Hawks haben letztes Jahr mit "reinem Teambasketball" über 60 Spiele gewonnen, im Jahr davor waren es die Suns, in der zweiten Hälfte des letzten Jahres war es Utah.

Jetzt gibt es Teams die das besser und nachhaltiger machen als andere, klar. Die angesprochenen Timberwolves haben sich die Skepsis durchaus verdient, aber zu denen komme ich gleich. Insgesamt muss man diese Deals rein finanziell einfach anders betrachten als in der Bundesliga. Zum einen gibt es in der NBA nicht nur einen Salary-Cap sondern auch einen Salary-Floor. Das bedeutet, Teams sind verpflichtet eine Mindestsumme auszugeben, wenn sie das nicht tun zahlen sie die Differenz an ihre Mannschaft trotzdem aus, auch wenn denen vertraglich weniger zusteht. Bei den 76ers war das kürzlich der Fall. Zum anderen ist der Kontext der Verträge sehr kompliziert. Verträge sind zwar einerseits natürlich da um die Spieler (angemessen oder eben nicht, wie man das eben sieht) zu kompensieren, sie dienen aber auch als Trade-Chip (Und da hilft ein höherer Vertrag ja öfter sogar, wenn es nicht gerade ein völliges Desaster ist) oder dazu den Capspace für eine bestimmte Zeit zu belegen um dann in eine Free-Agency mit auslaufenden Verträgen zu gehen.

Darüber hinaus gibt es natürlich einfach die Spieler die freiwillig weniger verdienen, um in einer Situation spielen zu können, die ihnen zusagt, aber das gibt es natürlich im Fußball durchaus auch, auch wenn das anders als in der NBA dann selten die Teams betrifft die um die Meisterschaft mitspielen. Von den Agents, den vielen Deals die unter der Hand abgesprochen werden und den verschiedenen Steuerbedingungen in den amerikanischen Bundesstaaten fange ich lieber nicht an, habe ich auch zu wenig Ahnung von.

All diese Vorrede und vor allem der Ausblick auf einen extrem steigenden Cap in den nächsten zwei Jahren führt mich dazu zu sagen: Ich habe in diesem Jahr nur sehr wenige Deals gesehen (Asik und Reggie Jackson namentlich, was da für Kanter in Raum steht wohl auch), von denen ich denke, dass sie wirklich deutlich zu hoch waren. Entweder sind sie so kurz, dass sie die Zukunft nicht blockieren (man darf auch nicht vergessen... anders als in der Bundesliga haben NBA manchmal gar kein Interesse daran so gut wie möglich zu sein, um höher im Draft zu landen. Das Interesse kann also durchaus sein, erst in 2 Jahren gut dazustehen oder wie im Fall der 76ers "irgendwann in sehr ferner Zukunft") oder sie werden mit den neuen finanziellen Bedingungen einfach nicht mehr teuer aussehen. Dem gegenüber gab es sicher genausoviele Deals die man als Schnäppchen verstehen kann, aber auch da muss man vorsichtig sein, weil gerade die kurzen Deals von den Spielern dahingehend gemacht werden, um dann in ein oder 2 Jahren unter den neuen Cap-Bedingungen mehr Geld fordern zu können.

Wird es bei diesem Ausblick bleiben? Natürlich nicht. Es braucht ja nur eine Kacksaison von einem Spieler und schon verändert sich die Perspektive, aber in die Zukunft gucken ist natürlich schwer.

Jetzt zum vorgebrachten Beispiel: Ich verstehe, dass das Verhältnis einem merkwürdig vorkommen kann. Tatsächlich halte ich den Gerald Green Deal für so ein beschriebenes Schnäppchen, das ist schon sehr günstig. Aber so gut ist er natürlich auch nicht und er spielt jetzt in Miami, einem bevorzugten Ziel für so ziemlich jeden NBA-Spieler, in einem Bundesstaat ohne State-Tax, für ein sehr gutes Team was keinen Capspace hatte um ihm mehr zu bezahlen. Ob in diesem 1-Jahres Deal auch implizit eine Vereinbarung liegt den Vertrag dann nächstes Jahr zu verlängern, wenn ihnen mehr Geld zur Verfügung steht? Sehr möglich, aber natürlich schwer zu beurteilen und theoretisch nicht erlaubt.

Kevin Garnett dagegen ist ein Gott in Minnesota. Der beste Spieler in der Geschichte der Franchise. Die Timberwolves werden nächstes Jahr noch nicht sehr gut sein (es sei denn Towns ist sofort ein Monster, was ich mir schwer vorstellen kann). Man kann das Geld das er verdient auch nicht einfach für einen richtig guten Spieler ausgeben, weil erstens wenige nach Minnesota wollen und man zweitens Spielern von außen ja kein Geld über dem Minimum zahlen darf (mit 1-2 Ausnahmen natürlich) wenn das Team überm Cap liegt. Wenn man mit eigenen Spielern verlängert, darf man dagegen sehr wohl über den Cap rutschen. Das ist was Minnesota hier gemacht hat (glaube ich wenigstens, ich war zu faul deren genaue Gehaltssituation rauszufinden). Der Vertrag ist weder lang noch hoch genug um den Timberwolves in der Zukunft ernsthaft zu schaden und man mag den Gedanken, dass man die Legende des Teams der berühmt für seinen Einsatz und Arbeitswillen ist als Lehrer für die Jungen hat. Ich finde das durchaus ganz nachvollziehbar und auch wenn seine Leistungen auf dem Court wohl keine 8 Millionen im Jahr mehr rechtfertigen, ein sehr brauchbarer Rollenspieler ist er schon auch immer noch für begrenzte Minuten.

Wäre die Situation jetzt so, dass er tatsächlich die großen Talente blockiert... dann wäre ich ganz bei Dir, aber das sehe ich auch nicht. Für die 2 großen Positionen für die Garnett in Frage kommt (und ich rate mal höchstens 20 Minuten pro Spiel kriegen wird) haben die Wolves für mich realistisch 4 andere Spieler. Nikola Pekovic, der sehr viel verletzt war und den Minnesota mit ziemlicher Sicherheit traden will. Nemanja Bjelica der Euroleague MVP, der jetzt sein erstes NBA-Jahr spielen soll und von dem man halt noch gar nicht weiß wie er passt, eventuell kann er auch SF spielen, auch wenn ich das bezweifele. Gorgui Dieng, der sehr gut ist und unbedingt Minuten kriegen muss und Karl-Anthony Towns den No. 1 Pick aus dem Diesjährigen Draft, der natürlich spielen wird.

Dazu kommen Anthony Bennett und Adreian Payne, die zwar beide 1strounder waren, in Bennetts Fall ja sogar auch No.1, die aber bisher einfach NBA-Tauglichkeit nicht wirklich gezeigt haben. Den von dir angesprochenen Justin Hamilton kann ich nicht so recht ernstnehmen, das ist ein Ende-der-Bank Spieler und ich glaube der steht auch noch gar nicht wieder unter Vertrag. Vielleicht mit Towns verwechselt?

Das ist tatsächlich etwas viel Kampf um Minuten, aber da ich große Zweifel an Bennett und Payne habe und an einen Pekovic Trade irgendwann glaube, auch nicht furchtbar. Auch der Preis für Garnett ist natürlich deutlich zu hoch was seine Leistungsfähigkeit betrifft, aber da ich keinen großen Schaden was das finanzielle angeht sehe, nehme ich das halt als Legenden-Bonus hin. Es wird nicht lange dauern, bis Garnett selbst im Frontoffice der Wolves sitzt, vermutlich auch als Teilhaber. Solange er die Rolle als Lehrer annimmt, glaube ich nicht, dass er genug Minuten spielt um die Entwicklung des Teams zu bremsen.

Meine Güte, hab ich wirklich gerade, so ewig lang das Finanzgebaren der NBA verteidigt? Ich muss auch verrückt sein. Ich ende mal damit, dass ich eindeutig sage, dass ich die Gehaltszahlen obszön und unangebracht im gesellschaftlichen Kontext sehe und ich mir außerdem vorbehalte in der Zukunft weiterhin häufig auf dämliches NBA-Management einzuhacken. Natürlich gibt es da noch genug von. Sagen wir einfach es gibt zwar durchaus auch Augsburg in der Liga, aber den HSV gibt's auch.

Steini
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Beitrag: # 6954451Beitrag Steini
12.7.2015 - 15:16

Ohje, ohje, so viel Text hatte mein Beitrag absolut nicht verdient. :-)

Vielleicht hake ich da an einem anderen Tag nochmal nach, in der Kürze der Zeit nur zwei, drei Anmerkungen:
- bedingt durch die Fantasy-League bin ich sicherlich sehr auf Stats fixiert und weiß gerade defensive Fähigkeiten fernab der Rebound- und Block-Zahlen selten bis gar nicht zu würdigen - bzw. erkenne das besser gesagt auch live einfach nicht. Das ist sicherlich ein Grund, weshalb ich den Eindruck habe, ich könnte mir mit 30 Millionen Budget ein rundum schlagkräftiges Team basteln(, das dann überhaupt nicht zusammen funktioniert :-)).
- und deshalb vermutlich auch meine Meinung zu Hamilton, den ich sehr wohl meinte. Der bekam gegen Ende der letzten Saison bei den Timberwolves eine etwas größere Rolle (ehe er selbst angeschlagen war) und sorgte für recht ansehnliche, breit aufgestellte Stats. Ganz wie ich das mag.
- dass in der NBA gerne mal für "alte Leistungen" gezahlt wird, hat im Laufe des letzten Jahres ja auch mal Herrn Klinsmann belustigt. Und dass Garnett in Minnesota eine gewisse Emotionalität hervorruft, verstehe ich, mit Blick auf mein Avatar, in diesen Tagen besonders gut. Ich sehe aber auch hier nur die nackten Zahlen, die mir Yahoo bei der Roster-Übersicht ausweist und die besagen, dass Rubio, Dieng und Hamilton zusammen so viel verdien(t)en wie Garnett jetzt. Um das wirklich zu verstehen, muss ich mich bei Gelegenheit wohl einfach mal genauer damit beschäftigen, wer wann wie unter den Salary Cap fällt und wie sich dieser überhaupt zusammensetzt.

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Kobelix
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Beitrag: # 6954453Beitrag Kobelix
12.7.2015 - 15:47

Ach ich schreibe ja eh zu 50% zum reinen Selbstzweck. Mindestens.

Ansonsten ist natürlich auch viel Wahres an dem was Du sagst. Sowohl, dass Garnett zu teuer ist (wobei er weniger verdient als Rubio, entweder hast Du da alte Zahlen gesehen oder es gibt ein Missverständnis beim Garnett Vertrag. Garnett kriegt ca. 16 Millionen für 2 Jahre, also 8 pro Jahr. Rubio verdient über die nächsten 4 Jahre ca. 55 Millionen also irgendwo zwischen 13 und 14 pro Jahr) als auch, beim Hamilton/Fantasy Verdacht und beim Bezahlen für große Namen. Wobei ich eigentlich nicht glaube, dass das ein reines amerikanisches Problem ist. Ich glaube das gibt's überall. Bei den bekloppt hohen Zahlen die insgesamt da bezahlt werden, fällt es einem natürlich auch besonders auf.

Steini
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Beitrag: # 6954454Beitrag Steini
12.7.2015 - 15:53

Ja, die fünf Millionen für Rubio, die ich auf Yahoo momentan noch sehe, sind offenbar mittlerweile veraltet. Passte aber so schön in meinen Punkt. :-)

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