Liest du das Ganze eigentlich und versuchst es zu verstehen, oder suchst du direkt den schnellsten Weg andere gegen dich aufzubringen?
Für den Fall, dass du tatsächlich versucht hast den Punkt zu verstehen:
1. Der Umstand, dass wir vorher wissen wer den Klassiker und wer die Bergetappe gewinnt, ist doch gerade der Punkt, den ich kritisiere. In anderen Foren liest man gerne mal Kommentare wie: "Pogacar/vdP/Vingegaard ist am Start, da brauche ich nicht einschalten, da kann ich den Nachmittag anders verplanen."
2. Ich habe meinen ursprünglichen Kommentar ca. 50 km vor dem Ziel geschrieben, van der Poel war zu dem Zeitpunkt schon mit deutlichem Vorsprung solo unterwegs und die wenigsten hätten noch mit einem spannenden Finale gerechnet. Die entsprechenden besseren bzw. schlechteren Beispiele habe ich genannt und es gibt reichlich mehr. Trotzdem hat vdP mit einem 69 km Solo gewonnen, was früher eine Sensation gewesen wäre, selbst zu Zeiten von Cancellara.
3. Die Art und Weise. Ich brauche es eigentlich nur zu wiederholen: Cleverness, Teamtaktik, Windschatten etc. spielen nun mal keine Rolle, wenn die Fahrer einfach vom Vorderrad der Konkurrenten davonfahren und solo ins Ziel fahren können. Die Leistung mag legitim sein, aber dann kann man das Rennen auch indoor am Ergometer entscheiden. Darin liegt für mich nicht die Faszination des Straßenradsports. Wenn ich 1% besser bin als die Konkurrenz, muss ich mir clevere Wege einfallen lassen, die anderen zu schlagen. Wenn ich aber 10 % besser bin, kann ich einfach davonfahren.
Falls du zu den Zuschauern gehörst, die diese vorhersehbaren dominanten Auftritte genießen, ist das fein für mich, ich habe nur meine (begründete) Meinung geäußert.
Eintagesrennen 2024
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Früher waren auch die ersten 90% eines Rennens eine Kaffeefahrt.
Es ist ja nicht so, dass deine erwähnten Fahrer 80km vor Ziel aus einem 180-Fahrer starken Feld ausreißen, das komplett ausgeruht ist.
Wenn die das machen, sind die anderen Favoriten isoliert und eben am Limit. Diese anderen Favoriten versammeln sich dann zu viert in einer nicht funktionierenden Verfolgergruppe, weil keiner mehr investieren will, als die anderen, bloß um einen Fahrer wieder einzuholen, gegen den sie am Ende im Eins-Gegen-Eins sowieso eher chancenlos wären.
Wohingegen der Vorne genau seine Laborwerte (die es früher nicht gab) treten kann.
Je schwerer das Rennen gemacht wird, desto wahrscheinlicher wird es, dass einer der Großen gewinnt.

Oder implizierst du wirklich auch San Remo, wo Pidcock gegen das Pogerl gewonnen hätte, wenn er nicht im Sprint zuerst in Richtung Bande gefahren wäre?
Es ist ja nicht so, dass deine erwähnten Fahrer 80km vor Ziel aus einem 180-Fahrer starken Feld ausreißen, das komplett ausgeruht ist.
Wenn die das machen, sind die anderen Favoriten isoliert und eben am Limit. Diese anderen Favoriten versammeln sich dann zu viert in einer nicht funktionierenden Verfolgergruppe, weil keiner mehr investieren will, als die anderen, bloß um einen Fahrer wieder einzuholen, gegen den sie am Ende im Eins-Gegen-Eins sowieso eher chancenlos wären.
Wohingegen der Vorne genau seine Laborwerte (die es früher nicht gab) treten kann.
Je schwerer das Rennen gemacht wird, desto wahrscheinlicher wird es, dass einer der Großen gewinnt.
Der Aufmacher des Ursprungsposts waren die Siege von VDP in Harelbeke und Vingegaard in Katalonien. Ich habe dazu nur die Fakten (das Ergebnis) dargelegt.wassertraeger29 hat geschrieben: ↑29.3.2026 - 9:49 Liest du das Ganze eigentlich und versuchst es zu verstehen, oder suchst du direkt den schnellsten Weg andere gegen dich aufzubringen?
Oder implizierst du wirklich auch San Remo, wo Pidcock gegen das Pogerl gewonnen hätte, wenn er nicht im Sprint zuerst in Richtung Bande gefahren wäre?
Monaco#28
- wassertraeger29
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Ich weiß immer noch nicht worauf du hinaus willst. Dem Punkt, dass die (großen) Rennen langweiliger ("Laborwerte treten") und vorhersehbarer ("erwartbare Sieger; andere Fahrer chancenlos") geworden sind, stimmst du ja offenbar zu, obwohl du trotzdem irgendwie dagegen bist.
Die Gründe dafür sind mir als "Endverbraucher" eigentlich ziemlich egal, wenngleich auch ich die Leistungen bzw. Leistungsunterschiede nicht nachvollziehbar finde. Die Zeit, in der man mit Wattzahlen, Trainingssteuerung und Ernährung etc. noch einen Unterschied machen konnte, dürften auch lange vorbei sein.
Sanremo ist da fast das beste Beispiel, da ist Pogacar trotz Sturz und langer Aufholjagd im Flachen und im Anstieg dem großen Feld davongeflogen, als wäre es ein Rentner-Ausflug. Der Moment als die Kamera nach ein paar Sekunden aufzieht und das Feld nicht mehr findet, absurd. Bei Strade Bianche gab es zum Zeitpunkt der Attacke auch keine relevante Vorselektierung, oder E3, Lombardia, usw.
Gerade die Klassiker wurden früher auch hart ausgefahren. Dass sich Sanremo durch Pogacar und vdP komplett gewandelt hat, ist auch ein Symptom der erdrückenden Überlegenheit gegenüber dem Rest, die es erst möglich macht, selbst auf so einem Kurs planbar zu gewinnen.
Die Gründe dafür sind mir als "Endverbraucher" eigentlich ziemlich egal, wenngleich auch ich die Leistungen bzw. Leistungsunterschiede nicht nachvollziehbar finde. Die Zeit, in der man mit Wattzahlen, Trainingssteuerung und Ernährung etc. noch einen Unterschied machen konnte, dürften auch lange vorbei sein.
Sanremo ist da fast das beste Beispiel, da ist Pogacar trotz Sturz und langer Aufholjagd im Flachen und im Anstieg dem großen Feld davongeflogen, als wäre es ein Rentner-Ausflug. Der Moment als die Kamera nach ein paar Sekunden aufzieht und das Feld nicht mehr findet, absurd. Bei Strade Bianche gab es zum Zeitpunkt der Attacke auch keine relevante Vorselektierung, oder E3, Lombardia, usw.
Gerade die Klassiker wurden früher auch hart ausgefahren. Dass sich Sanremo durch Pogacar und vdP komplett gewandelt hat, ist auch ein Symptom der erdrückenden Überlegenheit gegenüber dem Rest, die es erst möglich macht, selbst auf so einem Kurs planbar zu gewinnen.
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Ich stimme nicht zu, dass die Rennen grundsätzlich langweiliger werden. Ich finde es gibt nichts herrlicheres, als wenn es sich das Feld heutzutage schon 200km vor dem Ziel so richtig gibt.
Auch die jeweils letzte Austragung von Paris - Roubaix und die letzten zwei Mailand - San Remos waren meiner Meinung nach die besten und spannendsten Austragungen, die es jemals gab. Von 5 Monumenten also schonmal 2 mit Alltime-Watchfaktor innerhalb eines Jahres.
Ich habe auch grundsätzlich nichts dagegen, wenn der beste Fahrer gewinnt und stelle das nicht alles sofort in Frage, sondern versuche es mir das logisch zu erklären (siehe mein letzter Post).
Underdog-Siege sind ja schön und toll (siehe Townsend bei den Cyclassics 2025), aber bei den größten Rennen will ich eigentlich schon, dass der Beste gewinnt, auch wenn es vorhersehbar ist. Ich bin froh, dass ich Pogacar und Brady in der Hochzeit ihrer Karriere gesehen habe. Und ich finde es schade, dass ich für Michael Jordan und Tiger Woods als 93er Jahrgang etwas zu jung war. Es gibt für mich im Sport nichts schöneres, als einen echten GOAT mitzuerleben. Da kann man sein Leben lang darüber erzählen.
Was am Pogacars Sturz bei MSR so besonders war, verstehe ich auch nicht. Ich hatte jedenfalls ein Deja-Vu zur Tour 2003 mit Armstrongs Sturz, als er mit Ulle und Mayo unterwegs war.
Und so außerirdisch war die Leistung von Pogi jetzt auch nicht. Van Aert ist ab dem Sturz bis ins Ziel beispielsweise eine knappe Minute schneller gewesen.
Bei der Strade Bianche hat übrigens Jan Christen auf einer Gravel-Passage das komplette Feld zerrissen.
Wirklich langweilige Rennen waren für mich nur die letzte EM und mit Abstrichen die WM.
Wie man diese aber jetzt mit Katalonien und E3 Harelbeke gleichsetzt und als Aufmacher für diese Diskussion nimmt, verstehe ich immer noch nicht.
Auch die jeweils letzte Austragung von Paris - Roubaix und die letzten zwei Mailand - San Remos waren meiner Meinung nach die besten und spannendsten Austragungen, die es jemals gab. Von 5 Monumenten also schonmal 2 mit Alltime-Watchfaktor innerhalb eines Jahres.
Ich habe auch grundsätzlich nichts dagegen, wenn der beste Fahrer gewinnt und stelle das nicht alles sofort in Frage, sondern versuche es mir das logisch zu erklären (siehe mein letzter Post).
Underdog-Siege sind ja schön und toll (siehe Townsend bei den Cyclassics 2025), aber bei den größten Rennen will ich eigentlich schon, dass der Beste gewinnt, auch wenn es vorhersehbar ist. Ich bin froh, dass ich Pogacar und Brady in der Hochzeit ihrer Karriere gesehen habe. Und ich finde es schade, dass ich für Michael Jordan und Tiger Woods als 93er Jahrgang etwas zu jung war. Es gibt für mich im Sport nichts schöneres, als einen echten GOAT mitzuerleben. Da kann man sein Leben lang darüber erzählen.
Was am Pogacars Sturz bei MSR so besonders war, verstehe ich auch nicht. Ich hatte jedenfalls ein Deja-Vu zur Tour 2003 mit Armstrongs Sturz, als er mit Ulle und Mayo unterwegs war.
Und so außerirdisch war die Leistung von Pogi jetzt auch nicht. Van Aert ist ab dem Sturz bis ins Ziel beispielsweise eine knappe Minute schneller gewesen.
Bei der Strade Bianche hat übrigens Jan Christen auf einer Gravel-Passage das komplette Feld zerrissen.
Wirklich langweilige Rennen waren für mich nur die letzte EM und mit Abstrichen die WM.
Wie man diese aber jetzt mit Katalonien und E3 Harelbeke gleichsetzt und als Aufmacher für diese Diskussion nimmt, verstehe ich immer noch nicht.
Monaco#28
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Ich denke wir werden uns weder in der Bewertung der einzelnen Rennen noch der Gesamtbewertung von dominaten Sportlern/vorhersehbaren Wettkämpfen einig werden und das ist, wie bereits geschrieben, völlig in Ordnung. Was für mich eher die Faszination ausmacht, habe ich erwähnt. Mir ist lieber es gewinnt der taktisch klügere Fahrer/Team, als der der die besten Wattwerte tritt. Zudem mag ich grundsätzliche Chancengleichheit und mir ist lieber, ich weiß nicht schon vorher, welcher/welche Fahrer die nächsten Rennen (Flandern: Quote: 1,3, bzw. Roubaix: 2,5/2,5) gewinnen wird. Ich habe z.B. auch nie verstanden, dass sich Leute begeistert anschauen, wie Federer einen Qualifikanten in Runde 1 eines Grand Slams (sportlich) vermöbelt.
Kurz erwähnen will ich noch, dass van Aert bei MSR "mit dem Auto gefahren ist" (Pogacar ist sein eigenes Auto) und die Vorarbeit von Christen den Anstieg/Abschnitt betrifft, an dem Pogacar dann attackiert hat. Das Rennen sollte man aber wirklich nicht hervorkramen, wenn man die bestehende Dominanz relativeren will.
Mein ursprünglicher Kommentar kam offensichtlich aus der Situation heraus (Frust), hatte eine Vorgeschichte und war sicher nicht als "Aufmacher für eine Diskussion" gedacht oder geeignet.
Kurz erwähnen will ich noch, dass van Aert bei MSR "mit dem Auto gefahren ist" (Pogacar ist sein eigenes Auto) und die Vorarbeit von Christen den Anstieg/Abschnitt betrifft, an dem Pogacar dann attackiert hat. Das Rennen sollte man aber wirklich nicht hervorkramen, wenn man die bestehende Dominanz relativeren will.
Mein ursprünglicher Kommentar kam offensichtlich aus der Situation heraus (Frust), hatte eine Vorgeschichte und war sicher nicht als "Aufmacher für eine Diskussion" gedacht oder geeignet.
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Evenepoel bei der Ronde dabei zu haben war sehr cool. Leider hat van der Poel wie bei MSR wieder viel zu viel mit Pogacar mitgearbeitet. Keine Ahnung, warum er da immer dafür zu haben ist.
Mit van Aert ist er früher keinen Meter gefahren. Ich hätte Evenepoel gerne in der Ebene attackieren gesehen, das hätte Pogacar dann allein kontern müssen.
Und was mir immer wieder auffällt, wenn er mit Pogacar, van der Poel, Pedersen und Evenepoel vorne rumfährt: Van Aert braucht unbedingt die Regenbogenstreifen auf seinem Ärmel. Ich hoffe, es gelingt ihm noch.
Mit van Aert ist er früher keinen Meter gefahren. Ich hätte Evenepoel gerne in der Ebene attackieren gesehen, das hätte Pogacar dann allein kontern müssen.
Und was mir immer wieder auffällt, wenn er mit Pogacar, van der Poel, Pedersen und Evenepoel vorne rumfährt: Van Aert braucht unbedingt die Regenbogenstreifen auf seinem Ärmel. Ich hoffe, es gelingt ihm noch.
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